Bier: Trend zur Dose

Kolumne27. September 2016, 10:15
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Dosenbier hat ein Billigimage – zu Unrecht. Inzwischen entdecken Kleinbrauer die Vorteile der Dose

Das Cali-Belgique ist ein durchaus anspruchsvolles Bier: "California style IPA with a Belgian twist" nennt es sich – es ist gebraut (und extrem gehopft) wie man es von der Stone Brewery in Escondido nördlich von San Diego gewohnt ist, vergoren wird es aber mit einer belgischen Hefe, die für ein blumiges Aroma und einen sehr trockenen, fast adstringierend wirkenden Nachtrunk sorgt. Seit einigen Wochen wird dieses Bier auch in der neuen Braustätte in Berlin gebraut – und in Dosen gefüllt.

In Dosen? In Deutschland, dessen damalige rot-grüne Regierung mit dem Dosenpfand vor bald 14 Jahren die Getränkedosen de facto aus den Regalen verbannt hat, ein Sakrileg. Und so sehen es auch viele Bierfreunde: Die Dose steht ja vielfach für Billigbier aus Großbrauereien – nur die konnten sich die Technologie leisten.

Auf Dose umgestellt

Aber das hat sich in den vergangenen Jahren speziell in den USA geändert. Die Oskar Blues Brewery hat als Erste auf Dosenfüllung umgestellt, inzwischen kommen mobile Dosenfüller zu den Kleinbrauereien, und es gibt sogar Handfüller für Einzeldosen, was Dosen selbst für Brewpubs interessant macht.

Der Bierqualität tut das – Stichwort: Lichtschutz – eher gut. Und eine Flaschenwaschmaschine für Mehrwegflaschen können sich Kleinbrauer sowieso nicht leisten. In Österreich ist der Trend schon angekommen – Bevog füllt seine hellen Craft-Biere nur in Dosen. (Conrad Seidl, RONDO, 27.9.2016)

  • Auch Kleinbrauereien füllen jetzt in Dosen ab, ...
    foto: conrad seidl

    Auch Kleinbrauereien füllen jetzt in Dosen ab, ...

  • ... und Stone ist sehr stolz darauf
    foto: stone / stefan haenel

    ... und Stone ist sehr stolz darauf

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