Wahlverschiebung am ORF-"Runden Tisch": Klubobleute zum Rapport

13. September 2016, 14:06
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Der Öffentlichkeit zu kommunizieren, warum es für eine westliche Demokratie zu schwierig scheint, eine einwandfreie Wahl durchzuführen, ist nicht leicht

Müde Gesichter und ein leidiges Thema bei Ingrid Thurnher. Als wäre die Blamage nicht groß genug, müssen die Klubobleute nach der Verkündung der Verschiebung der Wahlwiederholung auch beim Runden Tisch auf ORF 2 antreten. Der Öffentlichkeit zu kommunizieren, warum es für eine westliche Demokratie zu schwierig scheint, eine einwandfreie Wahl durchzuführen, ist nicht leicht.

Heinz-Christian Strache und Robert Lugar tobten über die Unfähigkeit der Regierung, vor allem der Team-Stronach-Chef wurde nicht müde, die fehlerhaften Kuverts der ÖH-Wahl vom Mai 2015 zu präsentieren. Zu dumm nur, dass sich keiner der Anwesenden so recht dafür interessierte.

Die übrigen vier Klubobleute versuchten besonnener zu diskutieren, obwohl man auch ihnen Wahlmüdigkeit anmerkte. Reinhold Lopatka (ÖVP) legte jedoch zeitweise ein Verhalten an den Tag, das schwer Verständnis erweckt: Die Politik habe richtig gehandelt, das Verschulden lag bei anderen (hier: bei der Druckerei). Auch wenn das zum Teil stimmen mag, Fehler einfach auf andere zu schieben, statt kritisch zu reflektieren, ist problematisch.

Andreas Schieder (SPÖ) bringt dieses Verhalten mit einer angeblichen Telefonauskunft des Innenministeriums wegen einer defekten Wahlkarte auf den Punkt: "Nehman S' an Uhu Stic, und picken S' as zu." Wundert das einen gelernten Österreicher? Eher nicht.

Matthias Strolz hat mit seiner Analyse wahrscheinlich recht: Die Wahlpannen seien symptomatisch für Österreich, das seinen Bürgern Milliardenschulden der Hypo aufbürdet und wo gegen den EU-Trend die Arbeitslosigkeit wächst. Frei nach dem Titel der Sendung: Lang (k)lebe Österreich! (Christopher Rindhauser, 13.9.2016)

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