Studie: Zahl der Drohnen steigt rasant – und damit die Risiken

13. September 2016, 13:28
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Allianz fordert systematische Registrierung und Ausbildung von Drohnenpiloten

München – Die Zahl der Drohnen weltweit steigt rasant, und damit einer Studie zufolge auch die Risiken von Zusammenstößen, Abstürzen, Terror- und Cyberangriffen. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, seien eine systematische Registrierung dieser unbemannten Flugzeuge und eine fundierte Ausbildung der Piloten notwendig, heißt es in einer Studie des Versicherers Allianz Global Corporate & Specialty.

Piloten sollten sich demnach für Schäden bis zu einer Million Dollar (890.000 Euro) absichern, empfiehlt die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung. 1,9 Millionen unbemannte Luftfahrzeuge schwirren laut der Studie allein in den USA für Freizeitzwecke durch die Luft; bis Ende des Jahres kämen mehr als 600.000 zur kommerziellen Nutzung hinzu. Weltweit wird bis 2020 mit einem Anstieg der Drohnen auf 4,7 Millionen gerechnet.

Zentrale Gefahren

"Zentrale Gefahren" seien Zusammenstöße in der Luft und Kontrollverlust etwa durch einen Systemfehler oder Frequenzstörungen, heißt es in der Studie des Industrieversicherers. Beinaheunfälle mit Drohnen hätten sich bereits in China, Dubai und Großbritannien ereignet. Wenn eine Drohne auf ein Geschäft oder einen Lastwagen stürze, müsse der Pilot schnell mit einem Gesamtwert von über fünf Millionen Dollar (4,45 Millionen Euro) für die Schäden haften. Selbst kleinere Drohnen könnten Schäden in Höhe von zehn Millionen Dollar (8,9 Millionen Euro) verursachen, wenn sie das Triebwerk eines Flugzeugs beschädigen.

Zunehmende Gefahr besteht laut der Studie auch durch mögliche terroristische Anschläge etwa auf Großveranstaltungen oder Atomkraftwerke. Auch könnten Hacker während eines Flugs die Kontrolle über die Drohne übernehmen. In vielen Ländern gebe es bisher wenige bis gar keine Standards für die Ausbildung von Drohnenpiloten oder für die Wartung, kritisierten die Autoren. Auch eine Registrierung sei vielerorts nicht nötig.

Gemeinsame Haftpflicht

In Zukunft werde die Identifikation einer Drohne und ihres Bedieners nötig sein, um eine allgemeine Haftpflicht gewährleisten zu können, heißt es in der Studie des Versicherungsunternehmens. Eine offizielle Registrierung werde "über kurz oder lang" kommen. Das Geschäft mit Versicherungen für Drohnenbetreiber schätzt die Studie auf rund eine Milliarde Dollar (890 Millionen Euro) weltweit bis Ende 2020.

Wer in Österreich eine Drohne oder einen Multicopter, wie ein zivil genutztes unbemanntes Fluggerät auch genannt wird, nutzt, muss sich an strenge Regeln halten: Es gibt klar definierte Flugverbotszonen, Gebote für das Ausweichen und Situationen, in denen ein Flug bewilligt werden muss. Die Flugverkehrsbehörde Austro Control sorgt hierzulande jedenfalls für die strengsten Vorschriften Europas. Multicopterflüge, die nur zum Zweck des Fluges selbst über unbesiedelten Gebieten durchgeführt werden, sind zumindest bewilligungsfrei. (APA/red, 13.9.2016)

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