Anlegervertreter: Geförderte Zukunftsvorsorge soll auslaufen

13. September 2016, 13:53
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Rasinger: Kann niemandem raten, in steuerbegünstigte Zukunftsvorsorge einzusteigen

Wien – Geht es nach Anlegervertreter Wilhelm Rasinger, könnte man die steuerbegünstige Zukunftsvorsorge auslaufen lassen, weil sie den Anlegern nichts bringe, den Staat aber viel Geld koste. Im aktuellen Umfeld sei es schwierig, Erträge zu erzielen, dazu werde eine Kapitalgarantie verlangt, die auch Geld koste, kritisiert Rasinger: "Ich kann niemandem raten, hier guten Gewissens einzusteigen." Die Kunden bekämen keine Rendite – trotz staatlicher Förderung. Sie seien deshalb frustriert, denn wenn sie woanders veranlagt hätten, wäre es oft besser gewesen, sagte Rasinger im Klub der Wirtschaftspublizisten am Dienstag.

Bei der geförderten Zukunftsvorsorge fallen keine Kapitalertrags-, Einkommen- und Versicherungssteuern an. Auch die lebenslange private Pension wird nicht besteuert.

Kritik an "Fördereuophorie"

Rasinger kann auch der aktuellen Fördereuphorie für Jungunternehmen mit kreativen Ideen und Wachstumspotenzial wenig abgewinnen. Die ersten 50.000 bis 150.000 Euro an Finanzierung zu bekommen sei aktuell kein Problem. Später aber die Anschlussfinanzierung aufzustellen, um ein Produkt auf den Markt zu bringen, werde viel schwieriger. Hier könnte die Wiener Börse einspringen. Voraussichtlich würden aber die erfolgreichen Firmen an große ausländische Unternehmen oder Börsen abwandern – "die Ideen werden ins Ausland verkauft". Wenn das so weitergehe, werde Österreich als Tourismusland mit Billigarbeitsplätzen übrigbleiben, fürchtet Rasinger.

Ärgerlich seien auch jene Kapitalmarktprospekte, die für Anleger unlesbar seien. Kein Anleger lese 200 Seiten Kleingedrucktes durch. Das fördere nur die beratenden Berufe. Viele Unternehmen zögen sich von der Wiener Börse zurück, weil die Compliance-Vorschriften zu hoch seien. Zudem fordert der Anlegervertreter auch in Wien die Einführung von Namensaktien. (cr, 13.9.2016)

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