Digitales Arbeiten: Österreich hinkt hinterher

14. September 2016, 05:30
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Umfrage zeigt: Drei Viertel der Arbeitnehmer könnten Aufgaben bereits digital erledigen – aber nur 41 Prozent der Unternehmen offerieren die Möglichkeiten dazu

Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Unternehmens Citrix unter rund 200 leitenden Mitarbeitern österreichischer Unternehmen könnten bereits drei Viertel ihren Job digital erledigen – Allerdings bieten bisher nur 41 Prozent der Unternehmen die dafür notwendigen Tools und Arbeitszeitmodelle an.

Die Diskrepanz dieser Ergebnisse zeigt laut Citrix, dass Arbeitgeber den Wünschen der Mitarbeiter nach wie vor nicht adäquat nachkommen. Die Folge: Der "Schatten-IT" werde Tür und Tor geöffnet. Eingesetzt werden Anwendungen und Tools, die nicht von der Unternehmens-IT abgesegnet wurden und zum Teil immense Sicherheitslücken im Datenschutz aufzeigen.

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Arbeitnehmer in Österreich wünschen sich einen digitalen Arbeitsplatz – nur die Realität sieht anders aus, zeigt eine Umfrage von Citrix.

Flexibilität versus "always on"

Auch was Arbeitnehmer besonders am "digital workplace" schätzen, wurde abgefragt. Viele sehen es offenbar als besonderen Vorteil, unkompliziert Files teilen zu können. Weiter sagen die Befragten, bereitgestellter Laptop und Smartphone steigern ihre Leistung und Produktivität. Für über ein Drittel wirkt sich diese neue Art der Arbeitsweise sehr positiv auf ihre zeitliche Autonomie aus. Immerhin jeder Fünfte erkennt einen positiven Einfluss auf seine Work-Life-Balance.

Gleichzeitig stehen die Befragten neuen Technologien auch kritisch gegenüber. 64 Prozent befürchten, dass sie bald ständig nur noch arbeiten, wenn Arbeit von überall aus erledigbar ist. "Wie die Studie zeigt, sehen die Befragten die neue Welt des Arbeitens durchaus konträr. Einerseits schätzen die Mitarbeiter die Freiheit, selbst entscheiden zu können, wann, wo und wie sie arbeiten möchten. Andererseits wird die 24/7-Verfügbarkeit deutlich abgelehnt", sagt Wolfgang Mayer, Country Manager Citrix in Österreich.

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Nur 41 Prozent der Unternehmen bieten die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten.

Heißes Thema: Datensicherheit

Zentrales Thema der Studie war auch jenes der Datensicherheit. Die Hälfte der Befragten melde hierbei Bedenken darüber an, dass am digitalen Arbeitsplatz kein angemessener Datenschutz gewährleistet und somit die Datensicherheit gefährdet ist. Mayer: "Unternehmen werden sich künftig stärker mit modernen, sicheren Lösungen bezüglich eines digitalen Arbeitsplatzes auseinandersetzen müssen. Das heißt auch, auf maßgeschneiderte Produkte zurückzugreifen, die maximale Sicherheit bieten und so ein geschütztes Arbeiten ermöglichen. Nur so kann die Problematik der 'Schatten-IT' zurückgedrängt werden."

Geheimwaffe im Kampf um Talente

Neben technischen Faktoren hat der digitale Arbeitsplatz noch einen Nutzen: Über zwei Drittel der befragten Unternehmen sehen darin ein wichtiges Tool zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Über die Hälfte sagt, es sei eine Möglichkeit, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und im War-of-Talents ihre Chance auf gut qualifizierte Arbeitskräfte zu steigern.

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In Österreich ist offenbar immer noch Büroarbeit State-of-the-Art.

Außerdem erhoffen sich 57 Prozent eine Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter, weitere 56 Prozent glauben, dass sich die auch deren Zufriedenheit erhöhen wird. "Wir befinden uns quer durch alle Branchen in einem Kampf um die besten Köpfe. Und wir wissen: Top-Talents sind zurecht anspruchsvoll, was ihren Arbeitsplatz betrifft. Ein moderner, sicherer 'Digital Workplace' erhöht die Chancen eines Unternehmens im War-of-Talents und trägt ganz wesentlich zur Attraktivität des Arbeitgebers bei", bestätigt Wolfgang Mayer.

Ganz klarer Aufholbedarf

Unser Alltag ist schon lange digital – im Business-Alltag scheint vieles noch weit weg. Die Teilnehmer der Citrix-Umfrage meinen, man müsse sich der Herausforderung stellen – und die notwendigen finanziellen Mittel für einen digitalen Wandel aufbringen. Damit digitales Arbeiten möglich wird, müsse sich zudem die Kultur im Unternehmen wandeln. 60 Prozent der Unternehmen geben in der Umfrage an, dass der transformierte, digitale Arbeitsplatz mit Themen wie Cloud Computing, Big Data oder "Bring your own device" nicht Teil der Geschäftsstrategie des Unternehmen ist.

Citrix-Österreich-Chef Mayer dazu: "Was den Digital Workplace betrifft, sehen wir in Österreich, im Vergleich zu anderen Ländern, ganz klar Aufholbedarf. Schnellere Entscheidungen und mehr Mut zur Innovation stärken Unternehmen und erhalten die Wettbewerbsfähigkeit. Der Digital Workplace gehört heute einfach dazu." (lib, 14.9.2016)

Zur Umfrage:

Die Citrix-Umfrage "Digitale Transformation in Österreich" wurde im Juni 2016 in Österreich vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut OGM durchgeführt. Hierzu wurden 202 Interviews mit leitenden MitarbeiterInnen österreichischer Unternehmen verschiedener Branchen und ab einer Größe von 25 Mitarbeitern befragt.

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