Venedig: Auch Vatikan kritisiert Juryentscheidung

13. September 2016, 10:43
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Der vierstündige philippinischer Film "The Woman Who Left" sei "extremste Beispiel eines Essayfilms"

Venedig – Auch die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano" übt Kritik an der Jury der 73. Filmfestspiele Venedig, die dem Drama "The Woman Who Left" des philippinischen Regisseurs Lav Diaz den Goldenen Löwen verliehen hat. Das vierstündige Drama in Schwarz-Weiß sei "das extremste Beispiel eines Essayfilms, das es jemals gegeben habe", so das Blatt.

Der lange Film mit starrer Kameraaufnahme sei vollkommen publikumsuntauglich. "Wer erinnert sich noch an die Filme, die die wichtigsten Festivals der letzten Jahre gewonnen haben? Man hat jedes Jahr immer mehr den Eindruck, dass Festivals aus reiner Trägheit weiterorganisiert werden", kommentierte Emilio Ronzato. "Essayfilme locken nur wenige Kritiker und kein breites Publikum mehr", so der Autor. Diese Arbeiten seien "reine und abstrakte Performance, ein wenig wie die Haute Couture, oder die Formel 1".

Auch italienische Medien hatten die Juryentscheidung kritisiert. Der philippinische Film sei zu lang, starr und habe bisher in Italien noch keine Vertriebsgesellschaft gefunden, lauteten die Vorwürfe. Der italienische Komödien-Filmemacher Enrico Vanzina klagte, dass das Filmfestival von Venedig sich immer mehr als elitäres Event zugunsten von Kritikern profilieren wolle. Damit wende sich das Publikum von den Filmen ab. (APA, 13.9.2016)

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