Frankreichs Justiz nimmt mutmaßliche Jihadistinnen in U-Haft

13. September 2016, 06:33
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Vergangene Woche festgenommene Frauen sollen Anschläge geplant haben

Paris – Jene drei Frauen, die einen Terroranschlag in Paris geplant habe sollen, sind in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen die mutmaßlichen Jihadistinnen im Alter von 19, 23 und 39 Jahren wurde am Montagabend ein Verfahren wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung eingeleitet, wie die Justiz am Montagabend in Paris mitteilte.

Den zwei jüngeren wird demnach unter anderem die versuchte Ermordung von Amtspersonen zur Last gelegt, die älteste soll sich wegen Komplizenschaft bei diesem Verbrechen verantworten. Zudem sei ein Verfahren gegen den Partner der 23-Jährigen eingeleitet worden, weil er die islamistisch motivierten Anschlagspläne nicht den Behörden gemeldet habe. Ein weiteres Anti-Terror-Verfahren richtet sich gegen einen 15-Jährigen.

Verfahren gegen Lebensgefährten

Die mutmaßlichen Islamistinnen Ines M., Sarah H. und Amel S. waren am Montag einem Pariser Anti-Terror-Richter vorgeführt worden. Bei dem Termin im Pariser Justizpalast wurden sie formell beschuldigt. Auch Sarah H.s Lebensgefährte wurde den Richtern vorgeführt. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Nicht-Anzeigens einer Straftat eingeleitet.

Die drei Frauen waren am Donnerstag im Großraum Paris festgenommen worden. Sie sollen Ermittlern zufolge Anschläge auf Bahnhöfe in Paris und im südlich angrenzenden Département Essonne sowie auf Polizisten geplant haben. Sie sollen auch erwogen haben, sich Sprengstoffgürtel zu besorgen.

Beamte angegriffen

Die Polizei hatte die drei Frauen nach dem Fund eines verdächtigen Autos mit Gasflaschen nahe der Pariser Kathedrale Notre Dame gefasst. Eine der Festgenommenen, die 19-jährige Ines M., ist die Tochter des Fahrzeughalters. Sie hatte sich bei ihrer Festnahme mit einem Messer auf einen Polizisten gestürzt und wurde durch Schüsse verletzt. Sarah H. attackierte ebenfalls einen Beamten und verletzte ihn an der Schulter. Die beiden Frauen müssen sich deshalb wegen versuchten Mordes verantworten.

Bereits am Wochenende war ein Ermittlungsverfahren gegen die 29-jährige Ornella G. eingeleitet worden, die am Dienstag festgenommen worden war. Sie hat angegeben, zusammen mit Ines M. vergeblich versucht zu haben, das Auto mit den Gasflaschen in die Luft zu sprengen.

Indirekte Verbindung zu 15-Jährigem

Am Wochenende wurde außerdem in Paris ein 15-Jähriger festgenommen, der zuvor wegen einer islamistischen Radikalisierung unter Hausarrest gestellt worden war. Auch ihm werfen die Ermittler vor, einen Anschlag geplant zu haben. Gegen ihn wurde am Montag ebenfalls ein förmliches Terror-Verfahren eingeleitet.

Zwischen dem 15-Jährigen und den drei am Donnerstag festgenommenen mutmaßlichen Islamistinnen gibt es zumindest eine indirekte Verbindung: Sie sollen in Kontakt mit dem französischen Islamisten Rachid Kassim gestanden haben, der sich im irakisch-syrischen Bürgerkriegsgebiet aufhalten und zu Anschlägen in Frankreich angestiftet haben soll. (APA, 13.9.2016)

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