Verschwendung von Lebensmitteln: Wiener Essensretter geehrt

12. September 2016, 17:44
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Projekt "Fair-Teiler" wurde zum vom Verein Respekt.net zum "Ort des Respekts" gekürt. Die Initiative erhielt 2.000 Euro Preisgeld

Wien – Gemeinsam mit Unterstützern aus der Wirtschaft wie der Raiffeisenbank oder den österreichischen Lotterien machte sich der Verein Respekt.net im Rahmen der Kampagne "Orte des Respekts" auf die Suche nach karitativen, auszeichnungswürdigen Projekten, die einen Beitrag zur Stärkung der österreichischen Zivilgesellschaft leisten. 826 Projekte wurden österreichweit eingereicht, in Wien waren es 280.

Beiträge für die Zivilgesellschaft

Auf Grundlage von Kriterien wie Toleranz, Förderung einer humanistischen Gesellschaft oder Nachhaltigkeit kürte eine Jury, der unter anderem ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner angehörte, die Initiative "Fair-Teiler" zum Wiener Landessieger.

Das Konzept des Fair-Teilers besteht darin, frei zugängliche Kühlschränke oder Regale im öffentlichen Raum aufzustellen und sie mit noch genießbaren, aber nicht mehr gebrauchten Lebensmitteln zu füllen. "Alles, was man selber noch essen würde, kann man zu einem Fair-Teiler bringen", erklärt Initiatorin Andrea Beltrame, die sich schon länger mit dem Themenkomplex Lebensmittelverschwendung auseinandersetzt und sich und ihre Freunde früher mit noch genießbaren Lebensmitteln aus der Mülltonne versorgte.

Respekt gegenüber Nahrungsmitteln

"Aus ökonomischer Perspektive ist der Fair-Teiler ein No-na-Sieger", erläutert Christian Köck, Vorstandsmitglied von Respekt.net. Auf unbürokratischem Wege soll so sowohl dem Problem überflüssiger Lebensmittel und deren Verschwendung als auch dem der Lebensmittelknappheit bestimmter Bevölkerungsgruppen begegnet werden.

"Es steht auch für Respekt gegenüber Nahrungsmitteln, deren Erzeugung mit Arbeit, Kosten und Tod tierischen Lebens verbunden ist", ergänzt Köck. Beltrame und ihre Mitstreiter stellen gerade den zwanzigsten Fair-Teiler in Wien auf, österreichweit gibt es 53. Das Preisgeld von 2.000 Euro wird die Initiative vermutlich in einen neuen Kühlschrank investieren. (vag, 12.09.2016)

  • Christian Köck, Vorstandsmitglied beim Verein Respekt.net, überreichte der Foodsharing-Initiative den Preis.
    foto: apa / tanzer

    Christian Köck, Vorstandsmitglied beim Verein Respekt.net, überreichte der Foodsharing-Initiative den Preis.

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