Hofer spricht sich in Prag für reformierte Briefwahl aus

12. September 2016, 15:05
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Präsidentschaftskandidat besucht tschechischen Präsidenten Miloš Zeman

Nicht zuletzt aufgrund der Wahlverschiebung stieß am Montag auch Norbert Hofers Besuch in Prag auf großes Medieninteresse. In der Prager Burg traf Hofer mit dem tschechischen Päsidenten Miloš Zeman zusammen – und zwar "als Politiker Norbert Hofer", wie der FPÖ-Präsidentschaftskandidat nach der Unterredung sagte. Im Vorfeld war in Tschechien von einem Besuch als Dritter Nationalratspräsident die Rede gewesen, mit der Parlamentsdirektion in Wien war dieser allerdings nicht koordiniert.

Die Verschiebung des Wahltermins müsse man "zur Kenntnis nehmen", erklärte Hofer in Prag vor Journalisten. Gleichzeitig sprach er sich für eine Reform der Briefwahlregelung aus. Die Begegnung mit Zeman, der für seine harte Haltung in der Flüchtlingspolitik bekannt ist und im Zusammenhang mit Migranten bereits von einer "organisierten Invasion" sprach, sei in "sehr freundschaftlicher Atmosphäre" verlaufen. Trotz unterschiedlicher Ansichten, etwa in der Frage der Kernenergie, würden beide auf eine verstärkte mitteleuropäische Zusammenarbeit innerhalb der EU abzielen, erklärte Hofer und sprach dabei von einer "Union in der Union".

Der Linkspopulist Zeman hatte sich erst vergangene Woche für eine Mitgliedschaft Österreichs in der Visegrád-Gruppe ausgesprochen, in der neben Tschechien auch Polen, Ungarn und die Slowakei vertreten sind. Österreich könne in der Flüchtlingspolitik ein willkommener Partner sein, so Zeman. (Gerald Schubert, 12.9.2016)

  • Miloš Zeman begrüßt den Gast aus Österreich.
    foto: apa/afp/radek mica

    Miloš Zeman begrüßt den Gast aus Österreich.

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