Hypo Italien: Friauls Präsidentin attackiert Regierung in Wien

12. September 2016, 14:56
2 Postings

Die österreichische Regierung sei am Schicksal der Bank total desinteressiert, sagt die Präsidentin der Region, Debora Serracchiani

Rom/Udine – Debora Serracchiani, Präsidentin der Region Friaul-Julisch Venetien, in der die Ex-Hypo-Italien-Tochter HBI ihren Sitz hat, protestiert gegen die geplante Kündigung von 110 der 280 Mitarbeiter des Geldhauses. Dabei kritisierte sie die Regierung in Wien scharf, die ihrer Ansicht nach "Desinteresse" am Schicksal der Bank bewiesen habe.

"Wir kritisieren das Verhalten der österreichischen Regierung, die von Anfang an an jeglicher Lösung zur Abwendung einer Zerstückelung der Bank und an einer Rettung vieler Jobs vollkommen desinteressiert erschienen ist", protestierte Serracchiani nach ihrer Teilnahme an Verhandlungen zwischen Regierung und Gewerkschaften über die Situation der Ex-Hypo-Italien-Tochter HBI am Montag.

Die Präsidentin Friauls appellierte an die italienische Regierung und an die Notenbank für eine Rettung der Jobs bei der HBI. Die Lage sei dadurch erschwert worden, da die HBI am Donnerstag den Verkauf von sieben Bankfilialen an die lombardische Regionalbank Banca Valsabbina angekündigt hatte – die dortigen 32 Jobs in der Bank sollten erhalten werden.

"Wir erleben eine langsame Plünderung von all den soliden Standorten der Bank. Alles, was bleibt – leider auch die Mitarbeiter –, wird sich selbst überlassen. Wir sprechen von 110 Mitarbeitern und ihren Familien", so Serracchiani.

Serracchiani bemüht sich schon seit Monaten um den Erhalt der Jobs bei der HBI, die ihr Hauptquartier in Udine hat. Eine Versammlung aller Mitarbeiter der Bank soll diese Woche stattfinden. (APA, 12.9.2016)

Share if you care.