Arbeiterkammer erwartet deutliches Plus bei Herbstlohnrunde

12. September 2016, 13:36
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AK: Arbeitnehmer bekommen weniger, Gewinnausschüttungen werden mehr

Wien – Am 26. September startet die Herbstlohnrunde mit der Übergabe der Forderungen der 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie an die Arbeitgeber. Drei Wochen davor fordert nun Johann Kalliauer, AK-Präsient des Industrielandes Oberösterreich, eine "deutliche Reallohnerhöhung" auf mindestens 1.500 Euro brutto, mittelfristig soll der kollektivvertragliche Mindestlohn bei 1.700 Euro liegen.

Bei den gewerkschaftlich stark organisierten Metallern ist diese Forderung schon umgesetzt. Die insgesamt rund 185.000 Beschäftigten der Branche erhalten mindestens 1.750 Euro im Monat. Bei der rund einer halben Million Handelsbeschäftigten, die kurz nach den Metallern in die Lohnverhandlungen einsteigen, liegt der kollektivvertragliche Mindestlohn derzeit bei 1.500 Euro. Im Hotel- und Gastgewerbe beträgt er 1.420 Euro. Bei Rechtsanwälten hingegen gibt es in einigen Bundesländern überhaupt keine Kollektivvertragsabschlüsse. Jener für Vorarlberg stammt laut Gewerkschaften aus dem Jahr 1950.

Kaufkraftverlust von zwei Prozent

Kalliauer rechnete heute in einer Aussendung vor, dass es für die Arbeitnehmer in den vergangenen zehn Jahren einen Kaufkraftverlust von zwei Prozent gegeben habe. "Die Arbeitnehmer erhielten im Jahr 2015 für ihre Arbeit 69,6 Prozent vom in Österreich erarbeiteten Volkseinkommen. Bis 2017 wird die Lohnquote wieder sinken (...) Bis Mitte der 1990er-Jahre betrug die Lohnquote noch etwa drei Viertel des Volkseinkommens", so Kalliauer.

Dass der Spielraum für Lohnerhöhungen nach wie vor groß wäre, zeigten die Berechnungen der AK für ihren jährlichen Wertschöpfungsbarometer. "Denn die Unternehmen schütten ihre Gewinne in enorm hohem Ausmaß an ihre Eigentümer aus, statt sie in Sachanlagen oder höhere Löhne zu investieren (...) Von 2004 bis zur Krise haben sich die Gewinnauszahlungen an die Eigentümer österreichischer Groß- und Mittelbetriebe pro Beschäftigtem von rund 8.400 Euro auf 15.900 Euro fast verdoppelt und verharren seither auf hohem Niveau", rechnete der AK-Präsident vor. (APA, 12.9.2016)

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