Billigurlaubsportale wachsen rasant

12. September 2016, 12:49
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urlaubspiraten.at forciert Österreich-Geschäft – Branche im Umbruch: Unister schlitterte in die Pleite, Trivago strebt an die Börse

Das Aufspüren günstiger Reisen im Internet wird immer beliebter. Entsprechend rasant steigt die Nachfrage bei Online-Urlaubsanbietern wie der amerikanischen Expedia bzw. dessen Hotelsuchmaschine Trivago oder dem deutschen Start-up Urlaubspiraten, das zur Berliner HolidayPirates Group gehört. Das 2011 gegründete Billigreiseportal Urlaubspiraten verstärkt nun sein Engagement in Österreich.

Während das 2005 in Düsseldorf gegründete Start-up Trivago derzeit Börsenpläne schmiedet und das deutsche Internetunternehmen Unister mit Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de heuer im Sommer in die Insolvenz geschlittert ist, expandieren die erst seit 2011 aktiven Urlaubspiraten schwungvoll weiter. Die Besuche auf der Website sollen sich heuer gegenüber 2015 von 170 Millionen auf voraussichtlich 300 Millionen fast verdoppeln. Bei einem jährlichen Umsatzwachstum von mindestens 100 Prozent werde für heuer ein achtstelliger Umsatz, also mindestens 10 Mio. Euro angepeilt.

"Fünf-einhalb-köpfig"

"Wir wachsen bisher in allen Bereichen um mindestens 100 Prozent Jahr für Jahr – das wird auch für 2016 erwartet", sagte CEO David Armstrong zur APA. Die österreichische Ausgabe des Reiseportals (urlaubspiraten.at) gibt es seit rund zwei Jahren. Das länderspezifische Editoren-Team sei derzeit "fünf-einhalb-köpfig" und im Wachsen begriffen. Heuer pumpt das Online-Reiseunternehmen einen "niedrig sechsstellige" Summe, also mindestens 100.000 Euro, ins Österreich-Marketing.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen, das mittlerweile zehn Reiseportale in sieben Sprachen in Europa und den USA betreibt, 140 Mitarbeiter – 100 davon am Firmensitz in Berlin. Die Reiseexperten des Unternehmens sind ständig auf der Suche nach günstigen Angeboten, die sie dann weitervermitteln.

2015 erreichte der vermittelte Reiseumsatz den Unternehmensangaben zufolge rund 120 Mio. Euro – auf Österreich entfielen davon geschätzte 7 bis 8 Mio. Euro, das ist etwa ein Zehntel der Verkaufserlöse in Deutschland. "Wir gehen auch beim vermittelten Reiseumsatz davon aus, dass er für 2016 um über 100 Prozent wachsen wird", sagte der Firmenchef.

HolidayPirates Group

Im Juli verzeichneten die Urlaubspiraten laut Eigenangaben rund 800.000 Visits auf ihrem Österreich-Portal. Der Reiseanbieter hat hier rund 200.000 Facebook-Fans und etwa gleich viele Newsletter-Abonnenten. Insgesamt zählen die zur HolidayPirates Group gehörenden Urlaubspiraten über 7 Millionen Facebook-Fans (plus 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und mehr als 3,5 Millionen App-Downloads.

"Wir haben in den zwei Jahren unserer Tätigkeit auf dem österreichischen Markt gute Resonanz erfahren – den Wünschen unserer User entsprechen erhöhen wir unseren Fokus nun deutlich", betonte Armstrong. Im Vergleich zum deutschen Markt sehe er "absolut noch Wachstumspotenzial in Österreich", so der in München ansässige Brite mit österreichischen Wurzeln. (APA, 12.9. 2016)

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    foto: apa
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