Salzburg auf Tuchfühlung mit Leader Sturm

12. September 2016, 12:45
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Rückkehr von Soriano, Miranda wirkt sich positiv aus – Zweites Debakel für Admira in Folge

Maria Enzersdorf – Red Bull Salzburg hat die vielen Diskussionen rund um die Last-Minute-Abgänge von Bernardo und Martin Hinteregger hinter sich gelassen. Mit dem 4:0-Sieg bei Admira Wacker Mödling am Sonntag rückte der Titelverteidiger Tabellenführer Sturm Graz bis auf zwei Punkte nahe und tankte viel Selbstvertrauen vor dem wichtigen Europa-League-Start am Donnerstag zu Hause gegen Krasnodar.

"Ich bin mit dem Ergebnis des Spiels sehr zufrieden, mit der Chancenauswertung noch nicht so ganz. Aber es war wirklich erbarmungslos heiß, und ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass meine Spieler den Biss verloren hätten. Deshalb bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft", resümierte Salzburg-Trainer Oscar Garcia.

Die Länderspielpause kam für seinen Club gerade recht. Kapitän Jonatan Soriano und Abwehrspieler Paulo Miranda wurden dadurch rechtzeitig fit und konnten auch ihre Bedeutung für das Team unter Beweis stellen. Soriano (9.) leitete den Sieg früh nach einer Freistoßvariante mit seinem 114. Tor im 135. Ligaspiel ein. "Mir geht es schon wieder sehr gut. Ich fühle mich wieder fit und brauche jetzt einfach viele Spiele", sagte Salzburgs 30-jähriges Aushängeschild.

"Ein Ausrufezeichen"

Ähnlich wichtig war die Rückkehr von 2:0-Schütze Miranda (53.), zumal durch den Hinteregger-Abgang intern eine Lücke in der Abwehr geschlossen werden musste. "Wir hatten Glück, dass sich Paulo gut erholt hat, die Länderspielpause hat uns in die Karten gespielt. Wir hoffen, dass er in Zukunft von Verletzungen verschont bleibt", setzt Oscar große Hoffnungen in den 28-jährigen Brasilianer.

Da "Joker" Takumi Minamino in der Schlussphase noch einen Doppelpack (85., 88.) schnürte, durften sich die Salzburger über den höchsten Saisonsieg freuen. "Wenn es 6:0 oder 7:0 ausgeht, darf sich auch keiner beschweren. Wir haben wieder ein Ausrufezeichen gesetzt", meinte Mittelfeldspieler Konrad Laimer. Der Neo-Dritte ist nun wieder auf Tuchfühlung zur Spitze. "Wir haben gewusst, dass wir nach der nicht so guten Anfangsphase in der Saison zurückkommen werden", sagte Valon Berisha.

Leader Sturm Graz hat der Kosovo-Teamspieler im Titelkampf auf der Rechnung. "Sie haben den Vorteil, dass sie nur Bundesliga spielen und sich auf jedes Spiel sehr gut vorbereiten können." Am Ende soll das aber nicht entscheidend sein. "Wir haben einen sehr großen, guten Kader", sieht Berisha der Doppelbelastung im Herbst gelassen entgegen. Nach sieben Runden ist in der oberen Tabellenhälfte alles eng beisammen, Sturm und den Fünften Rapid trennen vier Punkte.

Der Trainer als Psychologe

Der Trainer war in der Länderspielpause aufgrund der Unruhe rund um den Club auch als Psychologe gefragt. "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie das machen sollen, was sie selber beeinflussen können, also alles geben, bei den Spielen und Trainings. Dann kann dir keiner einen Vorwurf machen", erklärte Salzburgs Coach. Gegen die Admira führte das zum Erfolg. "Nach der ganzen Hektik, die da war, haben wir gezeigt, was in uns steckt, welche Moral wir haben", betonte Berisha.

Am Donnerstag wird es nicht so leicht werden. Da gilt es gegen Krasnodar auf europäischer Ebene einen guten Start in der Gruppe I hinzulegen. "Wir freuen uns alle auf die Europa League. Wir haben ein Heimspiel, werden uns top vorbereiten und versuchen, eine gute Leistung zu bringen", sagte Laimer. Die Brust ist nach vier Siegen in den jüngsten fünf Ligaspielen und sechs Partien ohne Niederlage groß. "Diese Siege sind wichtig für uns, um Selbstvertrauen für die Europa League zu tanken", meinte Soriano.

Die Admira ist hingegen nach der zweiten bitteren Klatsche in Folge nach dem 0:5 beim WAC am Boden. "Es ist offensichtlich, dass wir zu wenig Tore machen und zu viele kassieren, den Biss kann man der Mannschaft aber nicht absprechen", analysierte Trainer Oliver Lederer. Mit 4:17 haben die Südstädter das klar schlechteste Torverhältnis in der Liga.

"Die letzten zwei Tore dürfen wir nicht mehr kriegen. Wir haben uns da in gewisser Art und Weise ergeben, das darf nicht passieren, denn auch die Tordifferenz kann am Ende eine Rolle spielen", weiß Lederer. Leichter wird es für die Niederösterreicher aber nicht, am Samstag wartet das Heimspiel gegen Sturm. "Wir müssen jetzt intensiv daran arbeiten, die Fehler abzustellen", sprach Kapitän Daniel Toth Klartext. Noch hat sein Club als Achter zwei Punkte Luft auf Schlusslicht St. Pölten und Mattersburg. (APA; 12.9.2016)

  • Trotz schwerwiegender Abgänge noch immer Titelfavorit Nummer 1: Red Bull Salzburg.
    foto: apa/punu

    Trotz schwerwiegender Abgänge noch immer Titelfavorit Nummer 1: Red Bull Salzburg.

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