Sexualprozess: Masturbation auf dem Kinderspielplatz

19. September 2016, 16:17
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Ein 46-Jähriger soll vor mehreren Kindern onaniert haben. Der Besachwaltete leugnet und beteuert, sich nur gekratzt zu haben

Wien – Norbert S. will am 2. Juli auf einem Kinderspielplatz in Wien-Donaustadt nur einen Juckreiz verspürt haben, wie er Richterin Nina Steindl erklärt. Zwei Polizisten haben das anders wahrgenommen – er soll vor Kindern onaniert haben, weshalb er unter anderem eine Anklage wegen Öffentlicher geschlechtlicher Handlungen bekommen hat.

Der 46-jährige Unbescholtene bekennt sich nicht schuldig. Die Tatsache, dass er besachwaltet und obdachlos ist, spielt bei dieser Verantwortung aber wohl eine Rolle.

"Ich war beim Kirtag, dann auf der Bank, dann bin ich eingeschlafen", behauptet er. "Dann hat es mich am Bein gejuckt, ich habe mich gekratzt. Dann bin ich wieder eingeschlafen, plötzlich hat eine Frau geschimpft."

Wegen Kirtags betrunken

"Waren Sie betrunken?", fragt Steindl. "Ja, sicher, es war ja Kirtag." – "Sind Sie öfters betrunken?" – "Nein." – "Hatten Sie die Hose herunten, als die Frau geschimpft hat?" – "Nein", beteuert der Angeklagte.

Er sei wieder eingeschlafen, dann habe ihn die Polizei geweckt. Dass er versucht habe, einem der beiden Beamten einen Kopfstoß zu versetzen, als die ihn zum Streifenwagen eskortierten, bestreitet S. ebenso.

Seine Verteidigerin Irene Pfeifer stellt die ziemlich verwirrende Frage, ob er beschnitten sei. "Nein, ich bin römisch-katholisch." Welche Rolle das in der Angelegenheit spielen soll, bleibt aber offen.

Kinder zwischen drei und zehn Jahre alt

Die beiden Polizisten bleiben bei ihrem Bericht. Auf dem Spielplatz waren etwa zehn Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren. Eine Anruferin habe von einem onanierenden Mann gesprochen. Sie näherten sich dem Angeklagten von hinten, sahen, dass er die Hose offen und die Hand am Penis hatte sowie einschlägige Bewegungen machte.

Selbst als er sich umdrehte, nachdem sie ihn aufgefordert hatten, sich auszuweisen, habe er die Hose noch heruntergezogen gehabt. "Er war richtig ungut zu uns und wollte sich nicht ausweisen", erinnert sich ein Revierinspektor.

Als man ihn abführte, habe er dann versucht, den einen Kollegen mit dem Kopf zu treffen, konnte aber abgedrängt werden. S. bleibt bei seiner Darstellung: Er habe sich nur gekratzt, einen Angriff habe es nie gegeben.

Steindl glaubt ihm das nicht und verurteilt ihn nicht rechtskräftig zu vier Monaten bedingt. Einen guten Rat hat sie auch noch: "Halten Sie sich von Kinderspielplätzen fern." (Michael Möseneder, 12.9.2016)

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