Deutschland: Kinderarmut steigt trotz starker Wirtschaft

12. September 2016, 12:50
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Mehr als 50.000 Kinder sind im Vergleich zusätzlich in Armut

Berlin – Trotz der gut laufenden Konjunktur steigt die Kinderarmut in Deutschland. Im vorigen Jahr lebten knapp zwei Millionen Kinder und damit rund jedes siebte in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren, wie die Bertelsmann Stiftung am Montag mitteilte. Dies seien 52.000 mehr als noch 2011.

Im Osten sank die Kinderarmut spürbar auf 21,6 (von 24) Prozent, blieb aber auch hohem Niveau: Mehr als jedes fünfte Kind zwischen Rügen und Sachsen lebt damit nach wie vor in einer Familie, die Hartz IV bezieht. Im Westen stieg die Quote leicht auf 13,2 (von 12,4) Prozent.

Betroffen sind vor allem Minderjährige mit nur einem Elternteil oder zwei und mehr Geschwistern. Die höchsten Quoten gab es bei Kindern in Großstädten wie Bremerhaven (40,5 Prozent) und Gelsenkirchen (38,5 Prozent). "Kinderarmut beeinträchtigt die Chancen für das ganze Leben", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Denn je länger Kinder in Armut lebten, desto negativer seien die Folgen für ihre Entwicklung und ihre Bildungschancen. "Sie haben kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort für Schularbeiten, essen kaum oder gar kein Obst und Gemüse", heißt es in der Studie. Vergleichen mit Gleichaltrigen aus Familien mit gesicherten Einkommen seien diese Minderjährigen häufiger sozial isoliert und "gesundheitlich beeinträchtigt". (Reuters, 12.9.2016)

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