Vatikan beschäftigt immer mehr Frauen

12. September 2016, 09:31
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Frauen sind im männerdominierten Vatikan im Aufwind. Bestimmte Leitungsaufgaben sind aber weiterhin Priestern vorbehalten

Vatikanstadt – Der Anteil der Frauen an den Vatikan-Angestellten ist zuletzt stark gestiegen. Das verdankt man auch den bisherigen Ernennungen durch Papst Franziskus, der vermehrt Frauen in vatikanischen Einrichtungen zum Zug kommen lässt, stellte das vatikanische Blatt L ´Osservatore Romano fest.

Seit Juli ist eine Frau, die Kunsthistorikerin Barbara Jatta, Vizedirektorin der Vatikanischen Museen. Die 53-jährige Römerin ist damit die engste Mitarbeiterin von Direktor Antonio Paolucci, der seit 2007 den Vatikanischen Museen vorsteht. Auch an die Spitze des Personalbüros des Gouvernorats hievte Franziskus eine Frau, Anna Maria Circelli.

Das Gouvernorat und die vatikanische Post wollen demnächst Mitarbeiter, die in Pension gehen, verstärkt durch weibliche Arbeitskräfte ersetzen, berichtete das Blatt. Heute arbeiten fast 400 Frauen im oder für den Vatikan, das entspricht in etwa 20 Prozent aller Vatikan-Angestellten. Höher ist der Frauenanteil in Ebenen, die einen akademischen Abschluss erfordern, darunter Archivistinnen, Journalistinnen, Restauratorinnen und Kunsthistorikerinnen.

Gewendete Karrierechancen

Seit Anfang August ist die spanische Journalistin Paloma Garcia Ovejero als Stellvertreterin des Papst-Pressesprechers Greg Burke im Einsatz. Die 40-Jährige war seit 1998 Redakteurin, Moderatorin und später Chefredakteurin des katholischen spanischen Radiosenders "Cadena Cope", der zu den meistgehörten des Landes zählt. Seit 2012 berichtete sie als Korrespondentin in Rom für ihren Sender, sowie für verschiedene weitere Medien.

Bestimmte Leitungsaufgaben sind zwar weiterhin Priestern vorbehalten, aber Frauen können im Vatikan inzwischen auf der Karriereleiter hochklettern. Die erste Frau im Vatikan war die Römerin Anna Pezzoli, die 1915 als Hilfsarbeiterin im vatikanischen Ausstattungsamt angestellt wurde. Bereits unter Johannes Paul II. hatte es im Vatikan eine Wende hinsichtlich der Karrierechancen von Frauen gegeben.

Seit dem Pontifikat des polnischen Papstes gibt es etwa Präsidentinnen Päpstlicher Akademien. Johannes Paul II. startete 2003 eine kleine Revolution, indem er Letizia Ermini Pani zur Präsidentin der Päpstlichen Akademie für Archäologie berief. Kurz darauf wurde die Soziologin Schwester Enrica Rosanna Untersekretärin der Ordenskongregation. (APA, 12.9.2016)

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