Afghanische Armee beginnt US-gestützte Offensive

12. September 2016, 09:09
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Taliban hatten Hauptstadt der Provinz Urusgan vorübergehend besetzt

Kandahar – Mit Unterstützung der US-Luftwaffe haben afghanische Armeeeinheiten eine neue Offensive gegen die radikalislamischen Taliban in der Umgebung einer belagerten Provinzhauptstadt begonnen. Bei der gemeinsamen Offensive von Armee, Polizei und Sondereinheiten um die Hauptstadt der Provinz Urusgan, Tarin Kot, seien "Dutzende Taliban" getötet worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung am Sonntag.

Auf Regierungsseite seien 13 Tote und 20 Verletzte zu beklagen. Die Offensive wurde den Angaben zufolge in der Nacht zu Sonntag gestartet, um die Taliban aus der unmittelbaren Umgebung der abgelegenen Provinzhauptstadt zurückzudrängen. Tarin Kot ist seit Monaten belagert, am Donnerstag waren Taliban-Einheiten vorübergehend in die Stadt eingedrungen, wo es zu schweren Kämpfen kam.

Harter Kommandeur

Den Angaben zufolge flog die US-Luftwaffe drei Angriffe in der Umgebung von Tarin Kot, auch die afghanische Luftwaffe war im Einsatz. Geleitet wird die Offensive vom Polizeichef der Provinz Kandahar, General Abdul Rasik, dem ein Ruf als harter und rücksichtsloser Kommandeur anhaftet.

Nach dem Taliban-Angriff am Donnerstag waren viele Zivilisten aus Tarin Kot geflohen. Augenzeugen berichteten gegenüber AFP, die Taliban hätten in der Stadt Häuser geplündert. Viele Geflohene scheuten eine Rückkehr, da sie sich in der Stadt nicht sicher fühlten.

Die Taliban weiten derzeit ihre Sommeroffensive gegen die afghanischen Sicherheitsbehörden aus. Afghanistans Armee und Polizei hatten Anfang 2015 die volle Sicherheitsverantwortung von den internationalen Truppen übernommen. Sie tun sich allerdings schwer, den Aufstand der 2001 gestürzten Taliban niederzuschlagen.

Derzeit sind noch 13.000 NATO-Soldaten, zumeist aus den USA, in Afghanistan im Einsatz. Sie sind im Rahmen der Mission "Resolute Support" für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Einheiten zuständig. (APA, 12.9.2016)

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