New York Fashion Week: Shows werden zu Shops

Ansichtssache12. September 2016, 12:56
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Tommy Hilfiger zeigte Mode für den Direktkauf. Die New York Fashion Week führte in den vergangenen Tagen vor, wo es hingeht

foto: apa/afp/trevor collens

Was Kanye West und Tommy Hilfiger gemein haben? Sie führen vor, dass ein ordentliches Spektakel in der Mode derzeit die halbe Miete ist. Hilfigers Show am "Pier 16", für zwei Tage umbenannt in "Tommy Pier", in Lower Manhattan glich einem "Knallbonbon" im Jahrmarktambiente, reserviert nicht mehr nur für Einkäufer und Presseleute, sondern auch für Fans, die Karten für die Show gewonnen hatten. Die New Yorker konnten die Live-Übertragung am Times Square anschauen, die anderen den Livestream im Netz verfolgen. Wie Tom Ford zeigte Hilfiger statt Frühjahrsmode eine Herbstkollektion, eine Mischung aus Sportswear-Elementen, Strick- und Collegejacken, Latzhosen und bauchfreien Kapuzensweatern, leicht verkäufliche Ware eben. Die Trainingshosen und Collegejacken sind seither auf tommy.com zu haben.

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foto: apa/afp/trevor collens

Hilfiger folgt damit wie Kollege Ford (und demnächst Burberry) dem "See now, buy now"-Konzept. Die Show konsequenterweise kein exklusives Event, sondern ein Spektakel für die Endverbraucher, bei dem die Fans von Social-Media-Model Gigi Hadid auf ihre Kosten kamen: Hilfigers Kollektion widmete dem einflussreichen Instagram-Star seine "Tommy X Gigi"-Kollektion. Und zeigte einmal mehr, wohin die Reise für Unternehmen wie Tommy Hilfiger geht.

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foto: apa/afp/trevor collens

Bauchfrei und mit Faltenrock: Victoria Beckham zeigte im Gegensatz zu Hilfiger ganz konventionell ihre Frühjahrskollektion. Ins Auge fielen: Bustier-Oberteile, schräg getragene Beuteltaschen, Hosenanzüge und armfreie Kleider aus gewaschener Seide und Samt mit Knittereffekt in Weiß, Nachtblau, Türkis und Orange.

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foto: apa/afp/trevor collens

Die Designerin selbst? Äußerlich entspannt. Statt auf High Heels setzt Victoria Beckham nicht nur auf dem Laufsteg auf bodenständiges Schuhwerk: Sie trägt jetzt auch flache Sandalen und locker sitzende Männerhemden.

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foto: akris

Statt Paris also diesmal New York: Designer Albrecht Kriemler widmete seine Kollektion der US-Künstlerin Carmen Herrera, ihr Bild "Blanco y Verde" war Ausgangspunkt für die Frühjahrskollektion von Akris, die sich an sieben ihrer Bilder, entstanden zwischen 1948 und 2014, orientiert. Wie passend: In wenigen Tagen wird im Whitney-Museum eine Einzelausstellung von Herrera eröffnet.

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foto: apa/afp/angela weiss

Wenn Tommy Hilfiger auf Gigi Hadid setzt, dann trommelt Alexander Wang die hipsten Models New Yorks zusammen. Noch dazu motivierte der New Yorker Designer einen Großteil von ihnen zu einem Frisurwechsel: Er legte ihnen die Haare in sauerstoffblonde Wellen. Die Kollektion? Eine Ode an den lässigen Surfer-Lifestyle der Westküste: kurze Shorts, um den Bauch gewickelte Tops mit Spitzenbesatz, zwischen Babyblau und Schwarz auffällige Neonfarben – Wang blieb seinem Mix aus Sport und Pret-à-porter einmal mehr treu. Lässigste Schauenbesucherin in dieser Saison: Madonnas Tochter Lourdes –und Mama war natürlich auch dabei.

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foto: reuters/ andrew kelly

Und als alle glaubten, es sei Schluss, setzte Alexander Wang noch eins drauf. Er schickte eine Model-Armada im Jogginganzug über den Laufsteg – Wang hat mit Adidas Originals eine Kollektion herausgebracht, die das Adidas-Zeichen auf den Kopf dreht. (feld, 12.9.2016)

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