Syrische Islamisten lehnen Vereinbarung zu Waffenruhe ab

12. September 2016, 08:30
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Die Gruppe Ahrar al-Sham warnt vor einer Stärkung der syrischen Regierung

Damaskus/Washington/Moskau – Einflussreiche Rebellen in Syrien haben die von Russland und den USA erzielte Vereinbarung über eine ab Montag geltende Waffenruhe abgelehnt. Diese würde lediglich die Regierung in Damaskus stärken und das Leiden der Menschen erhöhen, erklärte die islamistische Gruppe Ahrar al-Scham am Sonntagabend. "Das syrische Volk kann keine halben Lösungen akzeptieren", hieß es in einem Video.

Ahrar al-Sham ist die erste der vielen Rebellengruppen in Syrien, die offiziell auf die Vereinbarung über die Waffenruhe eingegangen ist. Das wichtigste Oppositionsbündnis, das Hohe Verhandlungskomitee, hatte am Sonntag erklärt, die Vereinbarung werde noch geprüft.

"Revoltierendes Volk"

Ahrar al-Sham veröffentlichte ihr Video auf Youtube anlässlich des islamischen Opferfests am Montag. Darin sagt der stellvertretende Anführer der Gruppe, Ali al-Omar, "die russisch-amerikanische Vereinbarung" lasse "all die Opfer und all die Gewinne unseres revoltierenden Volkes verpuffen". "Sie trägt nur dazu bei, das Regime zu stärken und die Revolution militärisch einzukreisen."

Omar lehnt auch den Teil der Vereinbarung ab, nach dem die Rebellen ihre Zusammenarbeit mit den Jihadisten der Fateh-al-Sham-Front, eines ehemaligen Al-Kaida-Ablegers, beenden sollen. Deren Sprecher Mostafa Mohamed erklärte auf Twitter, dass "alle Gespräche und Vereinbarungen, die nicht die Kämpfer vor Ort einbeziehen", nutzlos seien. Die Jihadisten sind allerdings von der vereinbarten Waffenruhe ausgenommen.

Rebellen sollen sich von Ex-Al-Kaida trennen

Die am Freitag nach langen Verhandlungen erzielte Vereinbarung sieht vor, dass sich die syrischen Regierungstruppen rund um die umkämpfte Großstadt Aleppo zurückziehen und humanitären Helfern Zugang gewähren. Russland muss die Regierungstruppen davon überzeugen, die Rebellengebiete nicht länger zu bombardieren.

Im Gegenzug müssen die USA die mit ihnen verbündeten Rebellengruppen dazu bringen, nicht mehr mit der islamistischen Fateh-al-Sham-Front zu kooperieren. Hält die Waffenruhe eine Woche lang, wollen die USA und Russland ihren Kampf gegen Jihadisten in Syrien koordinieren. (APA, 12.9.2016)

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