Faymanns letztes Werbequartal, Kerns erste ORF-Direktoren

12. September 2016, 09:08
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Nur noch dreimal schlafen gehen: ORF-Direktorenwahl, Medientransparenz und viel Vorfreude

Nur noch dreimal schlafen gehen, und schon hat sich’s wieder einmal ausspekuliert über die ORF-Direktoren und -Landesdirektoren. Und nur noch höchstens dreimal schlafen gehen, und schon ist Werner Faymanns Werbebilanz abgeschlossen.

Ob Worten Daten folgen

Spätestens am 15. September muss die Medienbehörde KommAustria die Werbeausgaben öffentlicher Stellen im zweiten Quartal 2016 veröffentlichen. In diesem Quartal, am 9. Mai 2016, trat Werner Faymann, dem stets besondere Aufmerksamkeit für dieses Thema nachgesagt wurde, von allen politischen Ämtern zurück.

Doch frühestens das dritte Quartal 2016 freilich wird wohl Aufschluss geben, ob sich an den – etwa in der Schweiz bestaunten – Summen etwas ändert und in welchen Medien. Man muss wohl nicht nägelbeißend gespannt sein auf den 15. Dezember, wenn das dritte Quartal fällig ist.

Die Daten finden Sie übrigens, jeweils aktuell, unter diesem Link auf der Seite der RTR.

Direktoren-Casting

foto: foto: apa/herbert neubauer
Zwischen Faymanns letzten Werbedaten und Kerns ersten ORF-Direktoren – eines der verständlich seltenen aktuellen Bilder mit den beiden aus 2015.

Ganz sicher nicht vor, sondern am 15. September wird der Stiftungsrat des ORF neun Landesdirektoren bestellen und wohl vier Zentraldirektoren für Fernsehen/Programm, für Radio, für Technik und für die Finanzen.

Wenn nicht wieder unterwegs zum Beispiel ein Finanzdirektor eingetauscht wird, ein Landesdirektor (wie geplant etwa in Tirol) vorzeitig in Pension geht, oder die nächste Regierung mit einem (allseits geplanten) neuen ORF-Gesetz auch die ORF-Führung austauscht, dann könnte auf der Ebene wieder für ein paar Jahre Ruhe einkehren.

Fünf Jahre dauert die reguläre Funktionsperiode, also von 2017 bis Ende 2021. Wer vorzeitig abberufen wird, muss – durchaus teuer – für den Rest der Amtszeit ausbezahlt werden, während der Nachfolger oder die Nachfolgerin natürlich auch ein Gehalt bekommen sollte.

Aber das sind, neben einem absehbaren Antrag auf Gebührenerhöhung im Herbst, erst die nächsten ORF-Themen. Noch wird spekuliert. Zum Beispiel über den künftigen Finanzdirektor nach Richard Grasl, der nach dessen Bekunden am Donnerstag jedenfalls nicht Richard Grasl heißen wird. Dass sein ehemaliger Büroleiter Roland Weissmann Kaufmännischer Direktor werden könnte, der gerade als Wunsch aus Niederösterreich kolportiert wird, kommentieren Menschen, die es wissen sollten, als "Spekulation". Und Weissmann selbst winkt ab. Er ist derzeit produktionswissenschaftlicher Leiter in der Kaufmännischen Direktion, zuständig für die Budgets des Fernsehens, und überlegt nun wegen dieser Gerüchte, wer gerade auf seinen Job spitzt.

Umsonst gespart hätte übrigens Kurt Rammerstorfer, wenn er sich tatsächlich nicht um die Kaufmännische Direktion bewarb. Als ORF-Landesdirektor in Oberösterreich hat er Jahr für Jahr mit seinen Ergebnissen gleichsam schon Bewerbungsschreiben Richtung Küniglberg geschickt, sagen jedenfalls Menschen aus dem Landesstudio mit Einblick in die Vorgänge: Er unterschritt die Budgets regelmäßig, offenbar als Befähigungsausweis für den Job des obersten Finanzers im ORF.

Die Fortsetzung dazu gibt es unter diesem Link.

Viel Vorfreude: Was kommt

Was liegt noch an, außer der Direktorenwahl in dieser Woche? Die Enquete zur Presseförderung am 19. September und gleich darauf die Österreichischen Medientage liefern wohl schon diese Woche ein paar Themen. Und wenn wir schon beim Vorfreuen sind: Gleich nach den Medientagen präsentiert der ORF am 22. September sein Programm für die Saison 2016/17. Mit der gewiss auch neuen Fernsehprogrammdirektorin Kathrin Zechner. (fid, 12.9.2016)


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