Augsburg jubelt in Bremen trotz Hinteregger-Elferfouls

11. September 2016, 20:01
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Hinteregger gibt bei Augsburger 2:1 sein Startelfdebüt, Werder nach zweiter Niederlage schon am Boden – Spektakel in Mainz

Bremen/Mainz – Werder Bremen rutscht schon wieder in die Krise. Das Team des umstrittenen Trainers Viktor Skripnik verlor auch sein drittes Pflichtspiel der Saison mit 1:2 (1:0) gegen den FC Augsburg und bleibt nach dem zweiten Spieltag der deutschen Bundesliga Tabellenletzter.

"Es sah lange ganz gut aus. Dann sind wir durch zwei Standardsituationen in Rückstand geraten und konnten es nicht mehr drehen", sagte Werder-Sportchef Frank Baumann. Die Pfiffe der Anhänger konnte der Ex-Profi verstehen: "Die Fans hatten letzte Saison eine harte Zeit, jetzt ist der Start nicht gut. Es ist klar, dass alle enttäuscht sind."

Aron Johannsson brachte die Hausherren kurz vor dem Halbzeitpfiff per Elfmeter in Führung (45.+2). Der US-Amerikaner profitierte von einem Foul von ÖFB-Verteidiger Martin Hinteregger an seinem Nationalteam-Kollegen Zlatko Junuzovic. Nach dem Wechsel sorgte Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw per Kopf für den Augsburger Ausgleich (52.), bevor Konstantinos Stafylidis mit einem Freistoßtreffer in die Torwartecke das Spiel drehte (73.). Hinteregger spielte bei Augsburg ebenso durch, wie Junuzovic bei Werder. Florian Grillitsch wurde bei den Gastgebern ausgetauscht, Florian Kainz stand nicht im Kader.

Ungemütlichst

Während der FCA durch seinen ersten Bundesliga-Sieg unter dem neuen Trainer Dirk Schuster im Soll ist, dürfte es für Werders Cheftrainer Skripnik ungemütlich werden. In der Schlussphase gab es laute Pfiffe.

Die Gäste überließen Werder in der Anfangsphase die Spielkontrolle und hielten den recht uninspirierten Angriffsversuchen der Grün-Weißen locker stand. Die gefährlicheren Aktionen besaßen zunächst die Augsburger, die immer wieder nach schnellem Umschaltspiel Alfred Finnbogason in der Spitze suchten. In der 29. Minute verpasste der Isländer per Lupfer nur knapp die Führung.

Hinteregger greift wieder zu

Kurz nach dem Wiederanpfiff hatte Augsburg Glück: Hinteregger hielt Werders Verteidiger Lamine Sané nach einer Ecke fest, doch der zweite Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert blieb aus (50.). Fast im Gegenzug fiel der Ausgleich, der für ein völlig offenes Duell sorgte. Werder wollte unbedingt, doch der Treffer von Stafylidis bedeutete einen Rückschlag, den die Hanseaten nicht mehr aufzuholen wussten.

In Mainz schon Karneval

In Mainz begab sich Sehenswertes: Hoffenheim kam nach einem 1:4-Rückstand nach einem finalen Sturmlauf noch zu einem 4:4. Pablo de Blasis (3./23), Jhon Cordoba (27.) und Neuzugang Levin Öztunali (43.) trafen zur 4:1-Halbzeitführung für die Gastgeber, die erstmals vier Tore in den ersten 45 Minuten erzielten.

Hoffenheim kämpfte sich nach einer ganz schwachen ersten Hälfe nach einer harten Roten Karte gegen den Mainzer Gaetan Bussmann (57.) zurück. Sandro Wagner hatte bereits vor der Pause getroffen (39.), der eingewechselte Mark Uth per Doppelpack (71./72) und der Ex-Mainzer Adam Szalai (84.) brachten die Aufholjagd zu einem erfolgreichen Ende. Karim Onisiwo wurde bei Mainz in der 79. Minute eingewechselt. Die Mainer sind mit einem Punkt Tabellen-14., Hoffenheim mit zwei Remis unmittelbar davor 13.

1899-Trainer Julian Nagelsmann berichtete von einer "relativ lauten Kabinenansprache" in der Halbzeitpause. Für die Hoffenheim-Fans endete der Tag somit versöhnlich. Vor der Partie war ein Schiff, das sich mit rund 400 Anhängern der Kraichgauer an Bord auf dem Weg nach Mainz befand, von Unbekannten von einer Rhein-Brücke aus mit Gülle attackiert worden. (sid, red, 11.9.2016)

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