Amerikaner gedenken der Opfer vom 11. September

Ansichtssache mit Video11. September 2016, 16:27
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New York/Washington – Vor 15 Jahren hielt die Welt entsetzt den Atem an, als zwei Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center rasten – 15 Jahre später haben die USA der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht. Bei einer Gedenkfeier am Ground Zero wurden am Sonntag die Namen der fast 3.000 Opfer verlesen, unterbrochen nur durch mehrere Schweigeminuten.

US-Präsident Barack Obama appellierte an seine Landsleute, sich nicht von "Terroristen" spalten zu lassen.

the white house

Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida hatten am 11. September 2001 vier Passagierflugzeuge entführt und in die Zwillingstürme des World Trade Center sowie in das Verteidigungsministerium bei Washington gesteuert. Die vierte entführte Maschine stürzte im US-Staat Pennsylvania in ein Feld.

Um 8.46 Uhr Ortszeit fand in New York die erste Gedenkminute statt – um diese Uhrzeit war das erste Flugzeug in das World Trade Center gerast. Nur die Glocken der New Yorker Gotteshäuser durchbrachen die Stille. Auch zu den Zeitpunkten, als ein weiteres Flugzeug in den zweiten Zwillingsturm flog, als die beiden Türme nacheinander einstürzten und als die Flugzeuge am Pentagon und in Pennsylvania abstürzten, hielten Angehörige, Polizeibeamte und andere Trauergäste inne.

Clinton verließ Veranstaltung frühzeitig

An der Zeremonie am Ground Zero, wo früher das World Trade Center stand, nahmen auch die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump teil. Clinton verließ die Veranstaltung allerdings frühzeitig, sie habe sich wegen der Hitze nicht wohlgefühlt, hieß es danach. Beide – Trump und Clinton – ließen an diesem Tag des Gedenkens ihren überaus erbitterten Wahlkampf weitgehend ruhen.

Präsident Obama legte mit seiner Familie eine Schweigeminute im Weißen Haus in Washington ein. Später hielt er eine Rede bei einer Gedenkfeier im Pentagon. Extremistengruppen wie Al-Kaida oder der Islamische Staat (IS) wüssten, dass sie eine Nation, die "so großartig und so stark ist wie Amerika", niemals besiegen könnten, sagte Obama. Sie versuchten deshalb, so viel Angst zu schüren, um die US-Bürger gegeneinander aufzubringen.

Die USA müssten sich deshalb auf ihre Stärken besinnen, zu denen etwa die Vielfalt der US-Gesellschaft gehöre, sagte Obama. Im amerikanischen Volk hätten sich Menschen aus jeder Weltregion, jeder Hautfarbe, jeder Religion und jedem kulturellen Hintergrund miteinander verbunden. "Das ist das Amerika, das an diesem September-Morgen angegriffen wurde", sagte Obama. "Das ist das Amerika, dem wir treu bleiben müssen."

Bereits am Samstag hatte Obama seine wöchentliche Radioansprache dem Jahrestag gewidmet. Darin bezeichnete er den 11. September 2001 als "einen der schwärzesten in der Geschichte unseres Landes". Die US-Gesellschaft dürfe keine Reaktionen auf solche Taten zulassen, "die das Gefüge unserer Gesellschaft erodieren lassen würden", sagte er. Es seien "unsere Vielfalt, unser Willkommen für alle Talente, unser fairer Umgang mit jedem – ungeachtet seiner Rasse, seines Geschlechts oder Glaubens", die die USA so "großartig" und "unverwüstlich" machten.

Außenminister John Kerry rief in einer schriftlichen Erklärung dazu auf, sich an diesem Tag "neu einer Welt zu verpflichten, in der Gerechtigkeit über das Böse siegt und ziviles Verhalten über Vorurteile und Hass".

Verteidigungsminister Ashton Carter versicherte, dass die USA auch künftig alles in ihrer Macht Stehende tun würden, um den Terrorismus auszurotten. "Ob sie sich weiterhin Al-Kaida nennen oder sich unter der schwarzen Flagge des IS verhüllen: Nichts kann ändern, wer die Terroristen sind oder was wir tun werden, um unser Land zu schützen. Denn wir besitzen eine endlose Entschlossenheit zum Sieg und haben den Wind des Guten im Rücken."

Zur Saisoneröffnung der Nationalen Football-Liga NFL sollten am Sonntag Videobotschaften von Obama und von George W. Bush ausgestrahlt werden, der zum Zeitpunkt der Anschläge Präsident war. Bereits am Freitag hatten die Musikkapellen der New Yorker Polizei mit Kollegen aus anderen US-Metropolen eine Parade in Manhattan veranstaltet. (APA, 11.9.2016)

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