VW-Chef: E-Auto-Batterie bald in 15 Minuten aufladbar

11. September 2016, 12:24
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Federführung liegt laut Konzernchef Müller bei Porsche

Wolfsburg/Cupertino – Volkswagen arbeitet an einem Schnelllade-Projekt für Elektroautos. Dabei gehe es darum, "in 15 Minuten 80 Prozent der Batterie zu laden", sagte Konzernchef Matthias Müller der "Bild am Sonntag". "Das wird schon bald spruchreif." Die Federführung liege bei Porsche. "Das Thema E-Mobilität hat VW in den vergangenen Jahren sicher noch nicht mit der nötigen Intensität betrieben."

Der Autobauer werde dies aber aufholen. "2020 kommt VW geballt mit einer völlig neuen Plattform." Dann werde VW 30 elektrisch betriebene Modelle anbieten, mit Reichweiten von 500 bis 600 Kilometern. Die Wolfsburger haben sich zum Ziel gesetzt, dass im Jahr 2025 die reinen Batteriefahrzeuge des Konzerns rund 20 bis 25 Prozent vom dann erzielten Gesamtabsatz ausmachen. Es gebe drei Ursachen, warum es mit der E-Mobilität bislang nicht schneller vorangehe: fehlende Reichweite, Infrastruktur zum Aufladen und hohe Preise, sagte Müller der Zeitung.

Neue Strategie

Mitte Juni hatte Müller die VW-Strategie bis 2025 präsentiert. Der Konzern steckt Milliardensummen in Elektroautos, neue Dienstleistungen und autonomes Fahren. Damit reagiert VW auch auf fundamentale Veränderungen in der Branche. Neben den Autobauern drängen auch IT-Konzerne wie Google und Apple ins Autogeschäft. Auf die Frage, ob es ernsthafte Gespräche zwischen Google, Apple und VW gegeben habe, sagte Müller der "Bild am Sonntag": "Na klar. Aber das Rollenverständnis war dann doch zu unterschiedlich, deshalb wurden die Gespräche abgebrochen. In fünf oder zehn Jahren werden wir wissen, wie der Spielstand ist."

"Was wir verhindern werden, ist, das wir als Hersteller zum reinen Zulieferer von Hardware werden", umschrieb Müller die Gründe. "Die neuen Wettbewerber interessieren sich ja vor allem für die Zeit, die Menschen im Auto verbringen, und für die Daten, die dabei entstehen. Wer die Kundenschnittstelle bedient, hat das Sagen. Das müssen wir sein, als klare Nummer eins."

Extreme Belastung

Rund ein Jahr nach Bekanntwerden der Abgas-Affäre sieht VW-Chef Matthias Müller die Gefahr einer existenziellen Bedrohung für den Konzern gebannt. "VW hat die Kunden enttäuscht und zahlt dafür am Ende einen hohen Preis. Aber das Unternehmen wird weiter bestehen, auch wenn die Belastung extrem ist", sagte Müller. "Anders wäre die Lage, wenn wir erkennen müssten: Die Amerikaner wollen unser Unternehmen ruinieren. Dann wären viele, viele Arbeitsplätze in Gefahr, und die Politik im Spiel. Aber danach sieht es wirklich nicht aus."

VW bekomme inzwischen immer mehr das Heft des Handelns wieder in die Hand, sagte Müller. Neben dem Krisenmanagement könnten wichtige Themen für das Unternehmen vorangetrieben werden. Insofern sei er zuversichtlich. Das Verhältnis zu Deutschlands Verkehrsminister Alexander Dobrindt sei inzwischen gut, weil wahrgenommen werde, das VW "Himmel und Hölle" in Bewegung setze, um die Probleme zu lösen und die Autos umzurüsten. (APA, 11.9.2016)

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