Wikileaks soll Russland belastende E-Mails zurückgehalten haben

11. September 2016, 09:41
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In Veröffentlichung von E-Mail-Paket fehlen Informationen über syrischen Geldtransfer nach Moskau

Wikileaks soll 2012 E-Mails zurückgehalten haben, die Geldflüsse des syrischen Regimes an eine staatliche russische Bank enthüllt hätten. Die Whistleblower-Plattform hatte 2012 eine Reihe an Dokumenten unter dem Titel "The Syria Files" veröffentlicht, die sie offenbar von Aktivisten erhalten hatten. Die Gruppe "RevoluSec" war zuvor in interne Computernetzwerke der syrischen Regierung eingedrungen.

Aktivisten hacken syrische Regierung

Die Hacker sollen 2011 in der Lage gewesen sein, die E-Mail-Kommunikation syrischer Minister und Behördenleiter nahezu "in Echtzeit" zu verfolgen. Über zwei Millionen Mails wurden anschließend Wikileaks zugespielt und dort veröffentlicht– mit der Ausnahme einiger brisanter Nachrichten, die wohl Russland geschadet hätten. Das geht aus US-Gerichtsdokumenten hervor, die der Webseite DailyDot vorliegen.

Die US-Behörden hatten wegen Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange eine Vielzahl von Informationen zu Veröffentlichungen auf Wikileaks gesammelt und daher auch die Publikation der E-Mails aus Syrien untersucht. Dabei wurde klar, dass die Plattform nicht alle E-Mails veröffentlicht hat, die sie zuvor erhalten hatte.

Wikileaks droht Journalisten

Wikileaks nannte die Vorwürfe in einem Statement an DailyDot "falsch und reine Spekulation". Außerdem soll der DailyDot-Journalist von einem Wikileaks-Sprecher bedroht worden sein; die Enthüllungsplattform warf dem Onlinemagazin außerdem vor, mit dem Artikel die Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton unterstützen zu wollen.

In den vergangenen Monaten hatte die Plattform viel Kritik einstecken müssen. Durch mehrere Veröffentlichungen waren etwa persönliche Daten unbescholtener Bürger veröffentlicht worden. Außerdem spekulierten US-Politik und Medien über eine enge Verbindung zwischen Wikileaks und Russland. So sollen veröffentlichte E-Mails aus interner Kommunikation der US-Demokraten vom russischen Geheimdienst entwendet und Wikileaks zugespielt worden sein. (fsc, 11.9.2016)

  • Wikileaks-Gründer Julian Assange sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt
    foto: apa/epa/stansall

    Wikileaks-Gründer Julian Assange sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt

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