Historischer Sieg der Opposition auf den Seychellen

11. September 2016, 08:23
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Premiere nach Rückkehr zum Mehrparteiensystem

Victoria – Zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten hat die Regierungspartei auf den Seychellen die Mehrheit im Parlament verloren. Die Oppositionskoalition Linyon Demokratik Seselwa (LDS) gewann 15 Sitze, die Regierungspartei Lepep 10 Sitze, wie die Wahlbehörde am Sonntag mitteilte. Insgesamt hat das Parlament bis zu 35 Mandatare, zehn Sitze werden jedoch nach dem Verhältniswahlrecht vergeben.

Die Seychellen liegen rund 1800 Kilometer von Tansania an der ostafrikanischen Küste entfernt im Indischen Ozean. Die viertägige Parlamentswahl auf den 115 Inseln des Landes endete am Samstag. Nach Angaben der Wahlbehörde machten rund 87 Prozent der 72.000 Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Der LDS-Vorsitzende Roger Mancienne nannte das Ergebnis einen "historischen Schritt". "Es ist das erste Mal, dass wir einen Machtwechsel in einem Teil der Regierung haben", sagte Mancienne.

Die Entscheidung der Bevölkerung sei anzunehmen, sagte Präsident James Michel. "Meine Partei respektiert die Meinung der Menschen." Er rief zu friedlichen Feierlichkeiten und gegenseitiger Achtung auf.

Michel ist seit 2004 im Amt. Im Dezember 2015 wurde er in einer umstrittenen Wahl mit einem Vorsprung von nur 193 Stimmen vor seinem Hauptrivalen Wavel Ramkalawan zum dritten Mal im Amt bestätigt. Führende Oppositionsparteien bildeten daraufhin eine Koalition, die Linyon Demokratik Seselwa (Demokratische Allianz der Seychellen, LDS).

Die Seychellen erlangten 1976 ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und sind Teil des Commonwealth. Die tropischen Inseln sind ein beliebtes Urlaubsziel und Steuerparadies, auch für viele Prominente. (APA, 11.9.2016)

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