FARC begann mit Freilassung von Minderjährigen

11. September 2016, 08:14
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13 Jugendliche in Kolumbien dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben

Bogota – Im Zuge des historischen Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) hat die Rebellenorganisation erste Kinder und Jugendliche aus ihren Lagern freigelassen. Insgesamt 13 Minderjährige wurden am Samstag einer Mission des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, wie die Organisation mitteilte.

Die Übergabe der Jugendlichen markiert den Beginn der Demobilisierung von Minderjährigen in den Reihen der marxistischen Guerilla. Nach einer ärztlichen Untersuchung wurden sie vom geheim gehaltenen Übergabeort weggeflogen. Sie sollen nach einer Übergangsphase unter Aufsicht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF soweit möglich wieder Anschluss zu ihren Familien finden.

Keine Jugendlichen unter 18

Es handelt sich um die erste Gruppe von Minderjährigen, die im Rahmen des Friedensabkommens mit der Regierung die FARC verlassen. Nach Angaben der FARC gibt es insgesamt 21 Minderjährige in ihren Reihen. Anfang Februar hatte die FARC sogar angekündigt, keine Jugendlichen unter 18 Jahren mehr in ihren Reihen zu behalten. Die Revolutionären Streitkräften Kolumbiens hatten stets bestritten, Kindersoldaten zu rekrutieren. Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas hatte im Mai die Zahl der minderjährigen FARC-Mitglieder auf etwa 170 geschätzt.

Das historische Friedensabkommen zwischen der Regierung in Bogota der FARC war am 24. August nach mehr als vierjährigen Verhandlungen in Havanna vereinbart worden. Am 29. August trat ein Waffenstillstand in Kraft. Nach der für den 26. September geplanten Unterzeichnung des Friedensvertrags soll am 2. Oktober die kolumbianische Bevölkerung darüber abstimmen.

Die 1964 gegründete FARC, mit 7500 Kämpfern die größte Guerillaorganisation Kolumbiens, kämpfte jahrzehntelang gegen die Regierung und gegen Großgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. 45.000 weitere gelten als vermisst, und 6,9 Millionen Menschen wurden vertrieben. (APA, 11.9.2016)

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