Vor Nordkoreas Atomwaffentest: Analyse-Website offline genommen

10. September 2016, 12:07
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Portal untersuchte mittels Satellitenbildern, ob derartige Tests durchgeführt werden

Kurz bevor Nordkorea erneut Atomwaffentests am 9. September durchführte, wurde offenbar eine Info-Website zu derartigen Tests mittels DDoS offline genommen. Auf der Website werden Satellitenbilder auf etwaige Unstimmigkeiten untersucht. Seit Mai gibt es das Portal, das Fotos von kommerziellen Anbietern kauft und auf etwaige Tests untersucht.

Chemiewaffenlabor und Raketen-Fabrik entdeckt

Experten analysieren die Aufnahmen auf freiwilliger Basis auf kleine Änderungen, um Hinweise auf mögliche Atomwaffentests zu erhalten. Ein Erfolg hat das Portal bereits zu verbuchen, eine Gruppe deckte etwa ein Chemiewaffenlabor in Myanmar und eine Fabrik in Nordkorea, die ferngesteuerte Raketen anfertigt.

Kein technisches Problem, sondern eindeutig DDoS

Die Analyse von Satellitenbildern war bis vor kurzem noch Regierungen überlassen. Der Preisverfall kommerzieller Anbieter ermöglichte das Portal erst. Laut einer Mitarbeiterin des Info-Portals soll der Server, der die Bilder hostete, offline genommen worden sein. Ein technisches Problem wird klar ausgeschlossen – Amazon Web Services bestätigte zudem, dass es klare Anzeichen für eine DDoS-Attacke gibt.

Verdächtigt werden Nordkorea und Russland

Verdächtigt werden nun Nordkorea und Russland. Die beiden Länder standen im Fokus der Website. Das Portal hatte zudem erst kürzlich Fotos einer russischen Atomabfalldeponie veröffentlicht. Nordkoreas Atomwaffenbestrebungen waren ferner immer wieder auf der Website vertreten. (red, 10.09.2016)

  • Proteste in Südkorea gegen Nordkoreas Atomwaffentests.
    foto: reuters/hong-ji

    Proteste in Südkorea gegen Nordkoreas Atomwaffentests.

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