TV: Hauptverdächtige von Paris hat Jihadisten in Belgien angeworben

9. September 2016, 17:52
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Name der 19-Jährigen soll in Akten der belgischen Staatsanwaltschaft auftauchen

Brüssel/Paris – Die im Zusammenhang mit Anschlagsplänen in Paris festgenommene Hauptverdächtige hat einem Bericht zufolge belgische Jihadisten für den bewaffneten Kampf in Syrien angeworben. Ines M. sei in Kontakt zu belgischen Islamisten in der Region um Charleroi gestanden, meldete der belgische TV-Sender RTBF am Freitag, ohne eine Quelle für seine Informationen zu nennen.

Der Name der 19-Jährigen tauche in den Akten der belgischen Anti-Terror-Ermittler auf, berichtete RTBF. Einige der mutmaßlichen Jihadisten mit Verbindungen zu M. seien inzwischen festgenommen worden. Die belgische Staatsanwaltschaft wollte den Bericht mit Verweis auf die Ermittlungen in Frankreich nicht kommentieren.

Eine Verflechtung der Jihadisten-Netzwerke in beiden Ländern ist seit längerem bekannt. Die Anschläge von Paris am 13. November mit 130 Toten wurden wesentlich in Belgien geplant. Im März wurden bei Attentaten in Brüssel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Zu den Taten bekannte sich jeweils die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Zwischen den Attentätern in Paris und Brüssel gab es vielfache Verbindungen.

Nach Angaben der französischen Polizei ist Ines M. die Tochter des Mannes, dessen mit Gasflaschen beladenes Auto am Wochenende nahe der Kathedrale Notre Dame entdeckt worden war. Die 19 Jahre alte Frau wurde am Donnerstagabend zusammen mit zwei anderen Frauen südlich von Paris gefasst. Dabei wurde sie angeschossen.

Durch die Festnahme der drei Frauen wurde nach Angaben der französischen Regierung ein Anschlag in Paris vereitelt. Innenminister Bernard Cazeneuve beschrieb das Trio als "fanatisiert und radikalisiert". Die Gruppe habe offenbar "neue Gewaltakte vorbereitet, die unmittelbar bevorstanden". Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte Ines M. der IS-Miliz die Treue geschworen. (APA, 9.9.2016)

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