Arbeitsunfähiges Arbeitstier

10. September 2016, 11:00
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Norbert Hofer soll arbeitsunfähig sein? Also wirklich. Nicht sein Ansuchen ist der Skandal, es ist die Diagnose

Es wäre an der Zeit, die Bundeshymne umzudichten. Auf große Söhne und höhere Töchter könnte man verzichten und an ihrer Stelle die großen Irrtümer besingen. Der jüngste ereignete sich in der FPÖ, seit jeher ein Milieu, in dem die Irrtümer aus dem Boden schießen wie die Kornblumen im Frühtau.

Besagter Irrtum ist die Unterstellung der Arbeitsunfähigkeit des Bundespräsidentschaftskandidaten Norbert Gerwald Hofer. Die habe er im Zustand der Verunsicherung zwar beantragt, doch nur auf Basis der irrigen Diagnose eines Quacksalbers, der, so viel steht ohne Beweise fest, im Sold des politischen Gegners stehen muss.

Zäh wie Gabaliers Lederne und hart wie Stahl nach dem Linz-Donawitz-Verfahren habe er sich eigentlich gefühlt, aber bei so einem Gott in Weiß kann der gefestigtste Charakter ins Wanken geraten.

Dabei spricht sein Einsatz für unsere Heimat ja Bände, ist die Wendigkeit seines Halses Legende. Hätte ein arbeitsunfähiger Tachinierer es geschafft, so viele Sympathien auf sich zu vereinigen? Nein, nur ein voll im Saft stehendes Mannsbild wie Hofer vermochte so viele Herzen zu erobern.

Sogar Marine Le Pen erlag seinem Charme und kicherte wie ein Mädchen, als sie ihm ihren rechten Arm zum Handkuss reichte, den Hofer, Mann von Welt minus der EU, natürlich nur edel andeutete.

Und nur ein Arbeitstier wie er betreut rund um die Uhr sein Facebook-Profil, um dort all jene zurechtzuweisen und umzuerziehen oder schweren Herzens zu sperren, die vom rechten Weg abkommen. (flu, 10.9.2016)

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    foto: apa / herbert neubauer
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