Iranerinnen bleibt Zugang zu Sportstadien verwehrt

9. September 2016, 10:21
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Laut Sportminister Gudarsi muss man "langsam und rational" vorgehen. Frauen im Iran protestieren erneut gegen jahrelanges Verbot

Teheran – Frauen dürfen weiter keine Sportstadien im Iran besuchen. Kurzfristig sei eine solche Reform nicht umsetzbar, meinte Sportminister Mahmud Gudarsi am Donnerstag. "Wir müssen langsam und rational vorgehen", sagte er der Zeitung "Shargh". Kurzfristige, radikale Maßnahmen für eine Aufhebung des Verbots seien zum Scheitern verurteilt und würden Frauen nur noch mehr schaden, so Gudarsi.

Gudarsi und die moderate Regierung von Präsident Hassan Rouhani sind zwar gegen das Verbot, können sich aber gegen den einflussreichen Klerus nicht durchsetzen. Der ist der Auffassung, dass islamische Frauen in Stadien, besonders im Asadi Fußballstadion mit den frenetischen männlichen Fans und ihren vulgären Slogans, nichts zu suchen haben. Islamistische Gruppen haben sogar gewarnt, notfalls auch mit Gewalt den Besuch der Frauen in Stadien zu verhindern.

Der Iran habe laut Gudarsi "ein komplizierteres sozialpolitisches System, das vieles nicht erlaubt". Daher müsse man weiterhin Geduld aufbringen. Mit dem Start der Qualifikationsspiele der iranischen Fußball-Nationalmannschaft für die WM 2018 haben iranische Frauen erneut gegen das jahrelange Verbot protestiert. (APA/dpa, 9.9.2016)

  • Kurzfristige, radikale Maßnahmen für eine Aufhebung des Verbots würden Frauen nur noch mehr schaden, sagt der iranische Sportminister Mahmud Gudarsi.
    foto: reuters/damir sagolj

    Kurzfristige, radikale Maßnahmen für eine Aufhebung des Verbots würden Frauen nur noch mehr schaden, sagt der iranische Sportminister Mahmud Gudarsi.

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