Hannes Arch bei Hubschrauberabsturz im Glocknergebiet getötet

9. September 2016, 07:15
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Zweite Person mit Rettungshubschrauber geborgen

Heiligenblut – Bei einem Hubschrauberabsturz im Großglocknergebiet ist in der Nacht auf Freitag der österreichische Air-Race-Pilot Hannes Arch getötet worden. Arch hatte mit seinem Hubschrauber einen Transportflug zu einer Hütte absolviert. Ein zweiter Hubschrauberinsasse, ein 62-jähriger Hüttenwart aus Deutschland, wurde schwerst verletzt.

Absturzursache vorerst unklar

Die Ursache des Absturzes war vorerst unklar, sagte Ewald Dorner von der Polizeiinspektion Heiligenblut: "Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut. Unter solchen Umständen ist ein Flug eigentlich kein Problem." Kurz nach dem Start bei der Elberfelderhütte auf 2.300 Metern Seehöhe zerschellte der Hubschrauber an einer Felswand und blieb in steilem Gelände liegen. Arch hatte einen Transportflug zur Elberfelderhütte in der Schobergruppe durchgeführt und kurz nach 21 Uhr wieder in Richtung Salzburg fliegen wollen.

Großeinsatz der Bergrettung

Mit dem Polizeihubschrauber wurde die Absturzstelle lokalisiert, währenddessen lief laut Dorner ein Großeinsatz der Bergrettung an: "Bergretter aus Heiligenblut, Winklern und Lienz sind sofort zum Unglücksort aufgestiegen – da die Absturzstelle so abgelegen ist, dauerte der Aufstieg drei Stunden lang."

Gegen 4.30 Uhr beim Wrack

Die 41 Bergretter, unter ihnen drei Notärzte, langten gegen 4.30 Uhr beim Wrack ein und sicherten es. Für Arch kam jede Hilfe zu spät. Er wurde in den frühen Morgenstunden mit dem Rettungshubschrauber geborgen, die Bergretter wurden mit Hubschraubern wieder ins Tal gebracht. (APA, 9.9.2016)

Steckbrief Johann "Hannes" Arch (48 Jahre)

Geboren:
22. September 1967 in Leoben (Steiermark)

Größe:
1,80 m

Heimatstadt:
Trofaiach (Steiermark)

Wahlheimat:
Salzburg

Familienstand:
Ledig, liiert mit Action-Model Miriam Höller (GER)

Flugzeug:
Zivko Edge 540 V3

Beruf:
Pilot (Kunstflug, Stunt, Helikopter, Rennflugzeuge, Hängegleiter, Paragleiter), Bergsteiger, Extremsportler, Unternehmer, B.A.S.E.-Jumper

Homepage:
hannesarch.com

Wichtige Karriere-Stationen:

1995:
Begründer Red Bull Acro Team

1997:
Sieg bei inoffizieller Paragleiter-WM

2000:
Erster Mensch mit B.A.S.E.-Jump von der Eiger Nordwand (3.000 m)
Weltrekord-Stunt (Start und Landung mit einem Paragleiter auf einem Heißluftballon),

2003:
Erster Mensch mit B.A.S.E.-Jump von Matterhorn Nordwand (4.000 m)
Gründung des Abenteuer-Rennens X-Alps

2006:
Gold bei FAI-Kunstflug-WM (Freestyle)

2007:

Qualifikation für Red Bull Air Race

2008:
Air-Race-Weltmeister

2009, 2010 und 2014:
Air-Race-Vizeweltmeister

2012:
Bronze FAI-Kunstflug-WM (Freestyle)

2015:
Dritter Air-Race-WM-Dritter

2016
Lag Arch nach 6 von 8 Rennen auf WM-Platz drei

  • Artikelbild
  • Die Absturzstelle im Großglocknergebiet.
    foto: apa/eggenberger

    Die Absturzstelle im Großglocknergebiet.

  • Hannes Arch beim Air Race in Spielberg im April.
    foto: apa/scheriau

    Hannes Arch beim Air Race in Spielberg im April.

  • Als Sieger des Air Race von Budapest 2008.
    foto: apa/red bull/mitter

    Als Sieger des Air Race von Budapest 2008.

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