Nervenzellen im Gehirn sind "über sechs Ecken" miteinander vernetzt

11. September 2016, 10:30
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Die Verbindung von Zellen im Hippocampus ähnelt dem Prinzip des "Kleine-Welt-Phänomens"

Klosterneuburg/Wien – Jeder Mensch kennt jeden anderen auf der Welt über sechs Ecken, wie der US-Psychologe Stanley Milgram in den 1970er-Jahren postulierte. Bei Nervenzellen im Gehirn ist es ähnlich, berichten österreichische Forscher aktuell im Fachmagazin "Science": Jede einzelne Zelle ist nur mit wenigen anderen direkt verbunden, kann aber über ein paar Stationen mit allen übrigen kommunizieren.

Die Wissenschafter um Jose Guzman und Peter Jonas vom Institut of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg haben ein Areal im Hippocampus untersucht, das für das Lernen und Erinnern wichtig ist. Dort werden Inhalte aber nicht als Ganzes abgespeichert, sondern in Einzelteilen, so Guzman: "Zum Abrufen müssen jeweils nur ein paar Nervenzellen stimuliert werden, durch die offensichtlich guten Verbindungen mit den anderen Zellen wird das Muster vervollständigt und die ganze Erinnerung kommt zurück."

Seltene Direktleitung

Bisher war aber nicht bekannt, wie dicht diese Gehirnzellen miteinander vernetzt sind. Nur zu einem Bruchteil, wie die Forscher herausfanden. Guzman: "Gerade einmal ein Prozent der Zellen sind direkt miteinander verbunden."

Ihre Vernetzung funktioniere nach einem ähnlichen Muster wie das "Kleine-Welt-Phänomen" von Milgram, so Guzman. "Dieses Ergebnis ist nicht nur für uns interessant, auch Computerwissenschafter können sich vielleicht etwas von unseren Gehirnzellen für ihre Netzwerke abschauen", sagte der Forscher. (APA, red, 11. 9. 2016)

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