Ansturm der Taliban in Südafghanistan aufgehalten

8. September 2016, 18:12
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Sicherheitschef von Tarin Kot: Verstärkung eingetroffen

Kabul – Afghanische Sicherheitskräfte haben einen Sturm der Taliban auf die Hauptstadt der südafghanischen Provinz Uruzgan aufgehalten. Nach mehr als fünftägigen Gefechten seien die Radikalislamisten am Donnerstag "sehr nah" an die Stadt Tarin Kot herangekommen, sagte der Sicherheitschef der Stadt, Abdul Kawi, zu Mittag. Am Abend berichtete er, die Extremisten seien zurückgeschlagen worden.

Kawi sagte, es sei Verstärkung eingetroffen. Flugzeuge bombardierten Taliban-Stellungen. Die Aufständischen hätten schwere Verluste hinnehmen müssen. Zahlen konnte Kawi nicht nennen. Präsident Ashraf Ghani ließ über einen Sprecher mitteilen: "Uruzgan wird nicht zur Zufluchtsstätte für Terroristen werden."

Nach Medienberichten war der Polizeichef der Nachbarprovinz Kandahar, Abdul Raziq, nach Tarin Kot gereist, um die Gegenoffensive in der zu leiten. Bewohner berichteten von Schusswechseln und Explosionen. Einer von ihnen sagte, zuvor hätten Polizisten ihre Posten kampflos aufgegeben und seien geflohen. Die Taliban hatten am Mittwoch jedem Überläufer Amnestie versprochen.

In der nordafghanischen Provinz Baghlan tötete eine an einem Fahrrad befestigte Bombe acht Menschen und verletzte neun weitere. Der Sprengstoff sei am Donnerstag inmitten eines belebten Marktes im Bezirk Baghlan-e-Markazi detoniert, sagte ein Polizeisprecher.

Die Taliban weiten derzeit ihre Sommeroffensive gegen die afghanischen Sicherheitsbehörden aus. Am 25. August hatte es in der Hauptstadt Kabul einen Angriff auf die Amerikanische Universität gegeben, bei dem 16 Menschen getötet worden waren.

Die afghanische Armee und Polizei hatten Anfang 2015 die volle Sicherheitsverantwortung von den internationalen Truppen übernommen. Sie tun sich allerdings schwer, den Aufstand der 2001 gestürzten Taliban niederzuschlagen.

Derzeit sind noch 13.000 NATO-Soldaten, zumeist aus den USA, in Afghanistan im Einsatz. Sie sind im Rahmen der Mission "Resolute Support" allerdings nur noch für die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Einheiten zuständig. (APA, 8.9.2016)

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