Unternehmensgründungen: Wer nicht wagt ...

Kommentar8. September 2016, 17:38
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Der Anteil junger Firmen an allen Unternehmenspleiten steigt in Österreich und liegt bereits bei gut 36 Prozent

Mit einer Statistik über das Scheitern neu gegründeter Unternehmen ließen Gläubigerschützer am Donnerstag aufhorchen. Der Anteil junger Firmen an allen Unternehmenspleiten steigt in Österreich und liegt bereits bei gut 36 Prozent. Ergo: Je mehr Gründungen es gibt, desto mehr Betriebe gehen über den Jordan. In den falschen Hals sollten diese Zahlen allerdings nicht gelangen. Österreich hat nämlich ein gewaltiges Manko in Sachen Entrepreneurship. Das geht aus mehreren Untersuchungen, etwa der Weltbank oder der EU-Kommission, hervor. Während Unternehmertum fast ein Feinbild darstellt, steht Versorgungsmentalität hoch im Kurs. Do it yourself regiert bestenfalls im Baumarkt.

Zu dieser seltsamen Gesinnung kommen die hohen Zugangshürden, beispielsweise durch die Gewerbeordnung. Und auch der Gläubigerschutz wird in Österreich großgeschrieben, weshalb etwa das Stammkapital gar nicht so leicht ist, wie der Name "GmbH light" vermuten ließe. Gemessen an anderen Ländern, in denen der Traum vom Unternehmer mit einem Euro Kapital möglich ist, können derartige Regelungen nur als prohibitiv bezeichnet werden.

Zu Pleiten wird es bei Jungunternehmern immer kommen. Doch erstens halten sich die Schäden oft in Grenzen, und zweitens werden dabei wichtige Erfahrungen gemacht. Für die Volkswirtschaft ist das unerlässlich. Auch für sie gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. (Andreas Schnauder, 8.9.2016)

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