Windkraftbetreiber urgieren neues Ökostromgesetz

8. September 2016, 17:01
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Der Zuschussbedarf zu alternativ hergestelltem Strom wird immer höher. 230 bewilligte Anlagen warten auf die Umsetzung

Wien – Die anstehende Novellierung des Ökostromgesetzes gestaltet sich schwierig. Denn da viel Strom aus Kohlekraftwerken den Markt überschwemmt, wird der Zuschussbedarf zu alternativ hergestelltem Strom immer höher. Neun Cent pro KW/h benötigen die Betreiber von Windkraftanlagen, der Marktpreis an der Börse aber liegt bei nur mehr drei Cent.

Angesichts des Jahr für Jahr niedrigeren Förderdeckels wird das Gerangel um die Finanzierung von neuen Windkraftanlagen, ja, von Alternativenergieanlagen überhaupt, größer. Im ersten Jahr, 2012, wurde mit 50 Millionen Euro/Jahr für alle Erneuerbaren Energien gestartet; seither reduziert sich der Wert jährlich um eine Million Euro. Das Ökostromgesetz gilt bis 2022.

230 Windkraftanlagen gebe es mittlerweile in der Warteschlange, sagt Martin Fliegenschnee-Jaksch von der IG Windkraft. Die Branche habe damit über 700 MW Leistung an neuen Windkraftprojekten entwickelt, die sofort umgesetzt werden könnten. Der Investitionsschub wird mit 1,2 Mrd. Euro beziffert.

Durch den Reformstau stünden die Hälfte aller genehmigten Projekte vor dem Aus. Denn eine zu lange Verschiebung bei der Umsetzung lässt das Ökostromgesetz nicht zu. Nach drei Jahren ab Bewilligung fallen genehmigte, aber nicht umgesetzte Projekte raus.

Das Ökostromgesetz wird derzeit novelliert. Die Papierindustrie hat das Gesetz kürzlich scharf kritisiert, da es bei Biomasse "eine Verschiebung zu unwirtschaftlichen, staatlich subventionierten Kraftwerken mit niedrigem Wirkungsgrad" bewirke. (ruz, 8.9.2016)

  • Windkraft-Betreiber sehen dunkle Wolken aufziehen.
    foto: ap/stratenschulte

    Windkraft-Betreiber sehen dunkle Wolken aufziehen.


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