Eine von drei insolventen Firmen ist jünger als drei Jahre

8. September 2016, 11:53
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Die Zahl der Gründungen ist gestiegen, aber auch die Zahl der Pleiten wird größer

Wien – Der Start ins Unternehmertum verläuft oft holprig. Trotz einer allgemein moderaten Insolvenzentwicklung bleibt die Situation für Firmengründer brisant. Denn mehr als ein Drittel der insolventen Firmen ist nicht älter als drei Jahre. Zudem ist der Anteil junger Unternehmen an allen Insolvenzen zuletzt auch gestiegen, teilte der Kreditschutzverband KSV 1870 am Donnerstag mit.

Lag der Anteil von Pleiten junger Firmen an den Gesamtinsolvenzen 2014 bereits bei 34 Prozent, so waren es im Vorjahr 36,2 Prozent. Die Zahl der Gründungen stieg 2015 im Vergleich zu 2014 um 6 Prozent. Und genau um diesen Prozentsatz gibt es auch mehr junge Unternehmen unter den Pleiten so der KSV. "Je mehr gegründet wird, desto mehr junge Insolvenzen gibt es auch." Die ersten Jahre seien die Jahre der Bewährung, "Schicksalsjahre" und "Feuertaufe".

Der statistische Zusammenhang zwischen der Zahl von Firmengründungen und der Zahl von jungen Pleiten lässt sich laut den Kreditschützern auch im Bundesländervergleich ablesen. Es gibt aber einen Ausreißer: Niederösterreich verzeichnet mehr Gründungen als Wien, hat aber trotzdem einen deutlich geringeren Anteil an jungen Unternehmen an den Gesamtinsolvenzen. "Das gehört noch näher untersucht", so KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner. "Vielleicht berät Niederösterreich seine Gründer besser oder Wien weniger gut." Das könne man aber nicht aus der Ferne beurteilen.

Den relativ geringsten Anteil von Pleiten junger Firmen bei allen Insolvenzen hat Vorarlberg mit 28,1 Prozent. Kärnten und das Burgenland liegen mit einem Anteil von 33,7 bzw. 34,2 Prozent im Mittelfeld. Den höchsten Anteil von 44 Prozent verzeichnet Wien. So kommt es zu einem österreichweiten Schnitt von 36,2 Prozent. (APA, 8.9.2016)

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    foto: apa / gindl
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