Was wurde eigentlich aus ... dem ORF-Youtube-Channel?

8. September 2016, 08:18
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Der ORF hat bisher kein Angebotskonzept vorgelegt, also bisher keine Prüfung der Medienbehörde

Wien – Am Donnerstagvormittag verkünden ORF und Unitel offiziell im Steinernen Saal des Wiener Musikvereins den Start ihres Klassikvideoportals Fidelio, mit dem Vorstand der Wiener Philharmoniker Andreas Großbauer und dem Intendanten des Musikvereins, Thomas Angyan. Aber was wurde eigentlich aus einem anderen Online-Videoprojekt des ORF – dem eigenen Youtube-Channel?

Die kurze Antwort: offenkundig noch nichts. In einer Managementklausur 2015 wurde das Projekt intern vorgestellt. Im Frühjahr 2016 hat die ORF-Führung beschlossen, den Channel zu beantragen. Der ORF muss ein Angebotskonzept vorlegen, auf ORF.at veröffentlichen und zu Stellungnahmen einladen, und dann muss die Medienbehörde, unterstützt von der Wettbewerbsbehörde, das Vorhaben prüfen. Insbesondere, ob der ORF für das neue Angebot Gebühren verwenden darf, und wie es sich auf den Wettbewerb auswirkt. Bisher ist von einem solchen Konzept nichts zu sehen.

Bonus-Tracks, Kulissenblicke

Im STANDARD-Interview Anfang Mai erklärte Wrabetz: "Wir haben diese Woche beschlossen, eine Auftragsvorprüfung für einen Youtube-Kanal bei der Medienbehörde einzureichen. Wir wollen zukünftig auf Youtube sowohl Sehenswertes aus dem Archiv als auch Blicke hinter die Kulissen von aktuellen ORF-Produktionen und diverse Bonus-Tracks zu ORF-Programmen und –Aktionen anbieten. Wir planen auch, wie wir das ja schon auf der TV-Thek erfolgreich machen, das Befüllen von Körben zu Themen, die unser Land beschäftigen, und in denen man alle Beiträge aus verschiedensten Sendungen finden kann."

Aber nach dem STANDARD-Interview mit Alexander Wrabetz im Frühjahr gab es ja noch ein paar andere Kleinigkeiten zu erledigen: Wrabetz musste gegen Richard Grasl eine Generalswahl gewinnen, und kommende Woche seine Direktoren und Landesdirektoren bestellt bekommen.

Auch die kommerzielle Klassikplattform Fidelio hat ein bisschen länger gedauert, vielleicht aus ähnlichen Gründen: Finanzdirektor Richard Grasl wollte Fidelio eigentlich im Sommer starten, kurz vor der Generals-Abstimmung im Stiftungsrat. Nun präsentiert er sie am Donnerstagvormittag laut Einladung gemeinsam mit ORF-General Alexander Wrabetz. Grasl ist ja noch jedenfalls bis Ende 2016* Finanzdirektor des ORF. (fid, 8.9.2016)

*Korrektur: Zunächst stand hier irrtümlich bis Ende 2017. Dank den externen Korrekturlesern!

  • Bisher ohne eigenen ORF-Channel auf Youtube – zum Beispiel "ORF-Hoppalas". Im Bild Tarek Leitner.
    foto: red

    Bisher ohne eigenen ORF-Channel auf Youtube – zum Beispiel "ORF-Hoppalas". Im Bild Tarek Leitner.

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