Trump lobt Putins Führung

8. September 2016, 06:14
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Republikaner kündigt an, im Fall eines Wahlsiegs die US-Militärausgaben massiv zu erhöhen

Washington/Moskau – US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich beeindruckt von den Führungsqualitäten des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezeigt. An Putin schätze er, dass dieser "sehr starke Kontrolle über sein Land hat", sagte Trump am Mittwochabend bei einem TV-Forum zur Sicherheitspolitik, an dem auch Gegenkandidatin Hillary Clinton teilnahm.

Putin sei US-Präsident Barack Obama an Führungskraft weit überlegen, sagte Trump. Russland habe "ein ganz anderes System, und ich mag dieses System nicht besonders", räumte Trump ein. "Aber in diesem System ist er (Putin, Anm.) der klare Anführer – sehr viel mehr, als unser Präsident ein Anführer war." Mit seinem wiederholten Lob für Putin hat Trump auch in der eigenen Partei Kritik hervorgerufen. Putin seinerseits hatte Trump, der das Verhältnis zu Russland verbessern will, als "außergewöhnlichen Mann" gepriesen.

Der Fernsehsender NBC hatte Trump und Clinton nach New York zu einem sogenannten "Oberkommandierenden-Forum" geladen, wo sie nacheinander vor Publikum Auskunft zu ihren sicherheitspolitischen Vorstellungen geben sollten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat".

Clinton schließt Bodentruppen gegen IS aus

Clinton erklärte, dass die USA den IS im Irak und in Syrien auch ohne Bodentruppen schlagen könnten. Sie hob ihre Erfahrung als frühere Außenministerin hervor und lieferte in ihren Antworten mehr Details als Trump. Der kündigte an, er würde als Präsident die Generäle damit beauftragen, den IS vollständig zu vernichten. Er wolle die Streitkräfte auf mehr als 540.000 aktive Soldaten aufstocken und massiv mit Flugzeugen und Schiffen aufrüsten. Wie er das finanzieren würde, ließ er allerdings offen. Auf die Frage, wie sein Plan zur Niederschlagung des IS genau aussehe, entgegnete er: "Ich will dem Feind jetzt nicht über den Sender sagen, was mein Plan ist."

Trump kritisiert Armee

Gegenüber der Führung der US-Streitkräfte zeigte sich Trump misstrauisch. Unter Obama und Clinton seien "die Generäle zu Schutt und Asche geworden". Er fügte hinzu, dass er "zu einigen der Kommandanten" Vertrauen habe.

Das TV-Forum fand an Bord des historischen Flugzeugträgers USS Intrepid in New York statt. Zunächst wurde Clinton befragt, dann Trump. Am 26. September sollen sie in der ersten Fernsehdebatte direkt aufeinandertreffen. Mit gegenseitiger Kritik hielten sich beide zurück. Trump kritisierte Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre, Clinton wiederum hielt Trump vor, nicht öffentlich dazu zu stehen, dass er den Irak-Krieg 2003 zunächst unterstützt habe.

Zuvor hatte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Philadelphia eine massive Erhöhung der Militärausgaben angekündigt. Die US-Streitkräfte seien völlig "ausgelaugt" und müssten unbedingt verstärkt werden. (red, APA, AFP, 8.9.2016)

  • Donald Trum bei einer Veranstaltung der Veteranenorganisation Rolling Thunder in Washington.
    foto: reuters/james lawler duggan

    Donald Trum bei einer Veranstaltung der Veteranenorganisation Rolling Thunder in Washington.

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