Wienwoche: Genug von der Angst

7. September 2016, 16:48
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Neue Festivalleitung setzt auf Kontinuität

Wien – Ihre Pressekonferenz halten die neuen Wienwoche-Leiterinnen multilingual ab: Natasa Mackuljak und Ivana Marjanovic antworten auf Deutsch und Englisch – und das bewusst nicht fließend. Beide sind in Jugoslawien geboren und seit einigen Jahren in Wien. Ihre Migrationserfahrung ist der Ausgangspunkt für Forever Together, dem durchaus optimistischen Titel der diesjährigen Wienwoche.

"Wir haben genug von der Angst", sagt Marjanovic und meint weniger die eigene Angst vor Anfeindungen, als viel mehr Angst als universelle Entschuldigung für Hass gegen alles Fremde.

Kein Neuheiten-Terror

Mackujak und Marjanovic widersetzen sich mit ihrem Programm bewusst dem "Terror der Neuheiten", so Mackuljak. So wurden auch bekannte Wienwoche-Gesichter, die sich im Open Call durchsetzen konnten, wieder eingeladen. David Gross ist zum Beispiel so ein Altbekannter, der mit dem refugee.tv's Good News Studio asylsuchenden Journalisten und Journalistinnen eine Plattform für positive Berichterstattung über Fluchtsuchende bieten will.

Daneben wird zum Halay City Marathon gebeten: Das Tanzprojekt holt den traditionellen Kreistanz in den öffentlichen Raum und lädt zum Mitmachen ein. Die Anti-Fascist Ballet School gastiert mit Hochkultur in einer Low-Culture-Location: der Lugner City.

Eröffnet wird das Festival am 16. September mit Olga Dimitrijevics Theaterproduktion The Red Love, einer Romanadaption der russischen Schriftstellerin Alexandra Kollontai. Special Guests sind die jugoslawische Feministin Jasmina Tesanovic und der US-amerikanische Schriftsteller Bruce Sterling. Mit ihrer Performance In Bed With The Exotic Enemy geben sie Einblicke in ihre Beziehung, die über das Internet zustande kam. (kst, 7.9.2016)

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