Warren Gatland führt die Lions nach Neuseeland

7. September 2016, 16:18
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Dem walisischen Teamchef wird die Ehre zuteil, das berühmte Allstar-Team 2017 bei seiner Tournee als Headcoach zu dirigieren – die Herausforderung könnte größer nicht sein

Edinburgh – Warren Gatland bleibt es überlassen, die British and Irish Lions im Sommer 2017 auf ihrem schweren Gang nach Neuseeland anzuleiten. Das legendäre Allstar-Rugbyteam von den Britischen Inseln findet sich alle vier Jahre zu einer Tournee nach Übersee zusammen, diesmal hat es sich besonders viel vorgenommen. Der letzte Sieg in der drei Matches umfassenden Serie gegen die All Blacks liegt 46 Jahre zurück.

Gatland, langjähriger walisischer Teamchef und selbst Kiwi, wurde am Mittwoch als Headcoach der Touring-Party ausgerufen – keine Überraschung, er war als heißer Favorit für den Job gehandelt worden. Bereits am Donnerstag wird Gatland Richtung Heimat jetten, um dort erste Vorbereitungsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

"Es ist eine riesige Ehre", sagte der 52-Jährige in einer ersten Reaktion. "Wenn du den großartigsten Job der Welt angeboten bekommst, eine solche Herausforderung, wäre es schwer, das nicht anzunehmen."

Bereits 2012 hatte Gatland die Lions siegreich durch Australien geführt, vier Jahre davor war er als Assistent bei der Niederlage gegen Südafrika mit dabei. Wie bereits damals wird er seine Agenden in Wales für ein Jahr lang ruhend stellen, erneut wird Co Rob Howley einspringen.

the british & irish lions

Einziger Erfolg liegt 46 Jahre zurück

Gatland kündigte an stante pede mit der Zusammenstellung eines Betreuerteams zu beginnen, welches im Dezember stehen soll. Die besten der besten werden gerade gut genug sein, den es gibt keine härtere Nuss zu knacken als den regierenden Weltmeister. Elf Series gegen die All Black gab es, nur aus einer (anno domini 1971) gingen die Europäer erfolgreich hervor. Die letzte Tournee unter dem damaligen englischen Weltmeister-Trainer Clive Woodward endete in einem Fiasko. Die Aufgabe wird durch die Tatsache erschwert, dass den Lions durch den vollen Terminkalender der europäischen Saison nur eine sehr kurze Vorbereitungszeit zur Verfügung stehen wird.

Doch Gatland, mit Wales dreimal Six-Nations-Champion, lässt sich von der düsteren Historie nicht abschrecken: "Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht daran glauben würde, dass wir die Fähigkeiten haben dort hinzufahren und zu siegen." Allen, die anderer Meinung sind, riet er am besten gleich die Arme in die Luft zu strecken und den Flieger auf keinen Fall zu besteigen.

Anspruchsvolles Rahmenprogramm

Doch auf die XV aus Großbritannien wartet mitnichten nicht nur der Weltmeister, die mit Abstand beste Rugby-Mannschaft des Planeten. Die drei Tests gegen die All Blacks sind eingebunden in insgesamt sieben Vergleiche der Lions mit den besten regionalen Franchises der Neuseeländer, wie den Hurricanes aus Wellingten, dem regierenden Champion der Super 14 (der internationalen Meisterschaft mit Teams aus Neuseeland, Südafrika, Australien, Argentinien und Japan). Bei diesen "Aufwärmspielen" müssen die Touristen umso härtere Gänge gewärtigen, da Neuseelands Verband seinen All Blacks die Freigabe für drei der Matches erteilt hat.

Der erste Test gegen Neuseeland ist für den 24. Juni 2017 in Auckland angesetzt, der zweite folgt am 1. Juli in Wellington, ehe man für das Finale am 8. Juli wieder nach Auckland zurückkehrt. (Michael Robausch, 7.9. 2016)

Spielplan der Lions in Neuseeland 2017:

3. Juni: Provincial union team (Toll Stadium, Whangarei)
7. Juni: Auckland Blues (Eden Park, Auckland)
10. Juni Crusaders (AMI Stadium, Christchurch)
13. Juni: Highlanders (Forsyth Barr Stadium, Dunedin)
17. Juni: Maori All Blacks (International Stadium, Rotorua)
20 Juni: Chiefs (Waikato Stadium, Hamilton)
24. Juni: Neuseeland (Erster Test, Eden Park, Auckland)
27. Juni: Hurricanes (Westpac Stadium, Wellington)
1. Juli: Neuseeland (Zweiter Test, Westpac Stadium, Wellington)
8. Juli: Neuseeland (Dritter Test, Eden Park, Auckland)

  • Warren Gatland (links) ist sich der Herausforderung wohl bewusst.
    foto: reuters/cheyne

    Warren Gatland (links) ist sich der Herausforderung wohl bewusst.

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