Das beste Stück ... nachgefragt bei Alexandra Grausam

Kolumne11. September 2016, 14:00
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Michael Hausenblas fragt die Kulturmanagerin, warum ihr Ginkgo etwas ganz Besonderes sein soll

"Auch wenn mein Ginkgo-Baum nicht besonders groß gewachsen ist, hab ich ihn doch schon eine ganze Weile. Bestimmt an die zehn Jahre. Gekauft hab ich ihn, als ich noch in Amsterdam gelebt habe. Er ist also auch mit mir übersiedelt. Mir gefiel ganz einfach der Gedanke, einen solchen Lebensbaum um mich zu haben.

Eine Zeit lang verbrachte das Bäumchen eingegraben im Garten meiner Eltern. Starker Hagel hätte ihn fast umgebracht, und den Boden hat er auch nicht besonders gemocht. Also hab ich ihn wieder zu mir in den Topf genommen. Ich denke, in diesem fühlt er sich viel wohler als in freier Natur. Ich sehe den Ginkgo als Stadtpflanze, so wie ich eine bin.

Das wirklich Besondere ist, dass er jedes Mal, wenn ich ein Kind bekomme, einen Ableger bildet. Gut, es sind bisher erst zwei Kinder, ich finde es allerdings trotzdem beeindruckend, dass er das tut. Der Ginkgo trägt also seine Bezeichnung 'Lebensbaum' völlig zu Recht. Klar wäre ich traurig, wenn er eingehen würde. Und wie!" (Michael Hausenblas, RONDO, 11.9.2016)

Alexandra Grausam leitet den Kunstverein das weisse haus in Wien.

  • Alexandra Grausam: "Ich sehe den Ginkgo als Stadtpflanze, so wie ich eine bin."
    foto: nathan murrell

    Alexandra Grausam: "Ich sehe den Ginkgo als Stadtpflanze, so wie ich eine bin."

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