Festival Herbstlärm: Hütten vor dem Haus und Chili-Klangküchen

6. September 2016, 15:26
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Auftakt mit Lokalmatador Helmuth "Heli" Punzenberger, Auftritte u.a. von Karlheinz Miklin und Der Nino aus Wien

Die neunte Auflage des Pongauer Dreitagesfestivals Herbstlärm startet am Donnerstag mit einem Lokalmatador: Seit Jahrzehnten ist Gitarrist und Sänger Helmuth "Heli" Punzenberger fixer Bestandteil der Salzburger Szene. Seine stilistische Bandbreite reicht von Pop über Blues und Latin bis zu Jazz, zudem komponiert er Film- und Hörspielmusik. Jetzt betreibt er zusammen mit der Lungauer Sängerin Nane Frühstückl Blues Juice. Nane hat schon mit Nane's Spicy Kitchen Lab Jazzstandards, Pophits von den Beatles und U2 sowie Eigenkompositionen in swingendem Soul- und Funk-Dressing – scharf gewürzt mit Latin – serviert.

Danach spielt ein weiteres Urgestein der heimischen Jazzszene: Der Grazer Saxofonist und Flötist Karlheinz Miklin reist seit 32 Jahren immer wieder ins Land des Tangos und der Millonga, um mit dem Quinteto Argentina Alben einzuspielen, in St. Johann tritt er mit dem Doubletrio auf: begleitet von zwei Bassisten (Ewald Oberleitner, Milan Nikolic) und Schlagzeugern (Howard Curtis, Karlheinz Miklin jr.).

Der Freitag startet mit ebenso geradlinigem wie funkigem Hardrock von Yellow Furniture – Grooves, die an die Red Hot Chili Peppers erinnern. Danach rennt der Wiener Schmäh, wenn einer seiner obersten Schmähführer, Der Nino aus Wien, für die Provinzlern Gschichtln druckt. Diesmal kommt Nino Mandl – so der bürgerliche Name des Singer-Songwriters – mit seinen alten Vorlieben für Dylan, Cohen und Wolfgang Ambros: Ninos Lied Die Hütte vor dem Haus ist eine Verbeugung vor seinem persönlichen Austropop-Helden. Letztes Jahr veröffentlichte er mit Immer noch besser als Spinat eine Werkschau, heuer folgte die EP Adria.

Am Samstag steht zuerst Artrock auf dem Programm: Im Keller des Mozarteums gründeten 2007 der klassisch geschulte Dominik Wallner (Keyboard, Vocals) und Alfons Wohlmuth (Bass, Flöte, Vocals) Blank Manuskript. Die Salzburger mit Affinität zu 1970er-Prog spielen live meist zu fünft: komplex arrangierte, symphonische Songs mit Bläsern und Mellotron. Den Herbstlärm-Schlussakkord setzt dann die Orges & The Ockus-Rockus Band. Sänger Orges Toçe erinnert mit seiner Whiskey-Stimme an einen albanischen Tom Waits, die Band spielt Fingerpickin'-Country mit Balkan-Einschlag, betrunkenem Burlesk-Jazz und Ska. (dog, 6.9.2016)

8.-10. 9., St. Johann im Pongau, Haus der Musik, 20.00

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Herbstlärm

  • Der Nino aus Wien spielt am Freitag.  Musikalisch im Gepäck: Ambros, Dylan, Cohen.
    foto: apa / herbert pfarrhofer

    Der Nino aus Wien spielt am Freitag. Musikalisch im Gepäck: Ambros, Dylan, Cohen.


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