Schnabl: Nächstes Jahr "Erdbeerplantage" statt Sommergespräche

Interview6. September 2016, 14:57
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"Überraschend positive" Resonanz des Publikums auf Susanne Schnabls ORF-Sommergespräche

Wien – Strache vor Kern, Mitterlehner und Stronach: So lautet kein aktuelles Umfragergebnis nach Kanzlerpräferenz, sondern das Ranking der meistgesehenen ORF-"Sommergespräche" 2016. Mit durchschnittlich 741.000 Zusehern reihte sich am Montag Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) auf Platz zwei in der Publikumsgunst hinter FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (810.000 Seher) ein (Grafik links). Zum ersten Mal führte heuer "Report"-Moderatorin Susanne Schnabl mit ihren Fragen durch die Sommersendereihe des ORF. Per Mail resümiert sie, wie zufrieden sie mit den Zuseherreaktionen ist, und verrät, was sie nächstes Jahr im Sommer machen wird.

STANDARD: Wie war die Resonanz der Zuseher auf die diesjährigen "Sommergespräche"? Viel Lob oder viel Kritik?

Schnabl: Überraschend positiv. Überraschend deshalb, weil die Rückmeldungen, das Feedback überwiegend positiv sind und waren, und das ist bei solch einem Format in Zeiten von Social Media dann doch eine Überraschung. Dass das Interesse an und die Zustimmung für klassische Interviews, bei denen es ausschließlich um Inhalt und konsequent um die großen derzeitigen Fragen Arbeitslosigkeit, Digitalisierung, Integration, Asyl, Migration sowie Terror geht, so groß ist, freut uns sehr.

STANDARD: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Moderation? Was hätten Sie besser machen können?

Schnabl: Zufrieden ist man nie, wenn man in Nachhinein Zeit zum Überlegen hat und nicht in Sekundenschnelle die nächste Frage stellen muss, ohne dabei die gesamte Gesprächsdramaturgie samt Minutenzähler außer Acht zu lassen. Aber live ist eben live.

STANDARD: Gab es trotz intensiver Vorbereitungsphase Überraschungsmomente?

Schnabl: Nicht wirklich, außer dass Frank Stronach seine Uhr in der Sakkotasche trägt, um ab und an nachzusehen, wie spät es ist. Und Wähler in Miniaturformat, die 3-D-Figuren von Herrn Strolz hat es so auch noch nie gegeben.

STANDARD: Die Quoten waren unter jenen des Vorjahrs, als bei Hans Bürger im Schnitt 752.000 Zuseher dabei waren. Wie bilanzieren Sie das Zuseherinteresse?

Schnabl: Wir sind zufrieden, da uns von Anfang an klar war: Der vorige Sommer war ein historischer. Da standen zehntausende Menschen an der Grenze, und das Bedürfnis nach Information war dementsprechend gewaltig – das haben wir auch beim "Report" gesehen.

STANDARD: Stichwort Interventionen: Gab es nach den Gesprächen kritische Reaktionen der Parteien?

Schnabl: Die Unzufriedenheit angesichts kritischer Fragen kennt keine Parteigrenzen.

STANDARD: Welches Gespräch war am schwierigsten zu moderieren? Jenes mit Stronach?

Schnabl: Jedes Gespräch ist eine Herausforderung mit dem Anspruch, informativ und spannend zu sein. Gemessen daran ist ein Gespräch mit einem Obmann, der seiner Partei schon den Rücken gekehrt hat und bisweilen nicht hier in Österreich ist, noch einmal herausfordernder.

STANDARD: Nächstes Jahr wieder?

Schnabl: Nein. Ich bin meinen Kindern in der Pflicht, und somit heißt das nächste Sommerprojekt: Erdbeerplantage ;-) (Oliver Mark, 6.9.2016)

Susanne Schnabl (36) ist seit 2002 beim ORF. Seit Ende 2012 moderiert sie den "Report". Heuer führte sie erstmals die "Sommergespräche".

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  • Susanne Schnabl moderierte heuer erstmals die "Sommergespräche." Und nächstes Jahr? "Ich bin meinen Kindern in der Pflicht, und somit heißt das nächste Sommerprojekt: Erdbeerplantage."
    foto: orf/hans leitner

    Susanne Schnabl moderierte heuer erstmals die "Sommergespräche." Und nächstes Jahr? "Ich bin meinen Kindern in der Pflicht, und somit heißt das nächste Sommerprojekt: Erdbeerplantage."

  • "Sommergespräche" nach Quoten.
    grafik: standard

    "Sommergespräche" nach Quoten.

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