Pensions-Antrittsalter steigt langsamer

6. September 2016, 14:07
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Quoten für Ältere am Arbeitsmarkt könnten verfehlt werden

Wien – Das Pensionsantrittsalter in Österreich steigt weiter, allerdings hat sich der Trend heuer eingebremst. Das zeigt das Pensionsmonitoring des Sozialministeriums, das der APA vorliegt. Was die Beschäftigungsquoten Älterer angeht, könnte die Regierung ihre selbst gesteckten Ziele teils verfehlen.

Das Antrittsalter zur Pension lag im ersten Halbjahr bei 60 Jahren und drei Monaten. Damit lag es um 1,7 Monate über jenem im Vergleichszeitraum 2015. Im ersten Halbjahr 2014 lag man noch bei 59 Jahren. Angepeilt wurde für die Legislaturperiode ein Wert von 60,2 Jahren, der damit bereits erreicht ist – freilich auch durch einen statistischen Kniff, da Rehageld-Bezieher seit einer Umstellung der Invaliditätspension nicht mehr als Pensionisten gewertet werden.

Deutlich und zwar um knapp elf Prozent angestiegen sind die Pensionsantritte. Erklärt wird das vom Sozialministerium mit Aufschubeffekten. Mit dem Wirksamwerden der Verschärfungen bei den Anspruchsvoraussetzungen (z. B.: bei der Hacklerregelung) konnten bestimmte Jahrgänge zunächst nicht in Pension gehen, holen dies aber zu einem späteren Zeitpunkt nach oder gehen vermehrt in andere vorzeitige Alterspensionen. Darüber hinaus steigt der Neuzugang zur Invaliditätspension an, weil Abgänge des Rehabilitationsgeldes in die I-Pension übergehen. Durch die Einführung des Rehagelds (vor allem für Unter-50-Jährige) bedingt ist der deutliche Anstieg des Antrittsalters bei der Invaliditätspension von 1,7 Jahren seit 2014.

Beschäftigungsquoten könnten verfehlt werden

Was die Beschäftigungsquoten angeht, waren im ersten Halbjahr rund 83 Prozent der in Österreich wohnhaften 50 bis 54-jährigen Männer unselbstständig oder selbstständig beschäftigt. Die Beschäftigungsquote ist damit um 2,2 Prozentpunkte gegenüber dem Ausgangswert des Jahres 2012 angestiegen. Auch die Beschäftigungsquote der 50 bis 54-jährigen Frauen hat im Abstand der letzten vier Jahre um 5,1 Punkte zugenommen (von 74,1 auf 79,2 Prozent).

Während für diese Altersgruppen keine Zielwerte im Regierungsprogramm vorgesehen sind, gibt es diese für die älteren Gruppen und es ist nicht fix, ob sie überall erreicht werden. Bei den 55 bis 59-jährigen Männern ist die Beschäftigungsquote von 66,2 (im Jahr 2012) auf 71,7 Prozent und damit um insgesamt 5,5 Punkte angestiegen. Das Regierungsprogramm sieht hier einen Zuwachs bis 2018 auf 74,6 Prozent vor. Der hierfür erforderliche durchschnittliche jährliche Anstieg ist in den letzten vier Jahren so ausgefallen, dass das Ziel entweder knapp erreicht oder knapp verfehlt werden wird.

Bei den 60 bis 64-jährigen Männern ist die Quote seit 2012 von 21,0 auf 31,4 Prozent gewachsen. Das Regierungsprogramm sieht für diese Altersgruppe einen Anstieg bis 2018 auf 35,3 Prozent vor. Dies sollte machbar sein.

Für die 55 bis 59-jährigen Frauen ist der Beschäftigungsanteil vom 1. Halbjahr 2012 bis zum 1. Halbjahr 2016 von 46,7 auf 57,9 Prozent gestiegen. Bleibt diese deutliche Zunahme in den nächsten Jahren aufrecht, kann der Zielwert des Regierungsprogramms im Jahr 2018 erreicht werden.

Vorbildlich bei der Beschäftigung Älterer sind Betriebe aus der Branche Entsorgung mit einem Anteil von fast 29 Prozent. Schlusslicht ist die Telekommunikation mit 4,6 Prozent. Insgesamt waren 13,2 Prozent der Beschäftigten in Betrieben ab 25 Dienstnehmern 55 Jahre oder älter, 2,8 Prozent waren zumindest 60 Jahre. (APA, 6.9.2016)

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