EU entgingen 160 Milliarden an Mehrwertsteuern

6. September 2016, 13:42
30 Postings

Rmänien wies den höchsten Fehlbestand auf, Schweden ist mit nur 1,2 Prozent positives Schlusslicht

Brüssel – Der EU sind 2014 fast 160 Mrd. Euro an Mehrwertsteuern durch die Lappen gegangen. Das sind 14,03 Prozent aller Mehrwertsteuern. Rumänien wies mit 37,89 Prozent den höchsten Fehlbestand auf, Schweden mit nur 1,2 Prozent war laut EU-Kommission positives Schlusslicht. Österreich entgingen 10,17 Prozent der Mehrwertsteuern.

In absoluten Zahlen war die MwSt-Lücke in Italien mit 36,86 Mrd. Euro am größten, gefolgt von Frankreich (24,48 Mrd. Euro) und Deutschland (23,49 Mrd. Euro). Die geringsten Fehlbeträge wiesen Luxemburg (147 Mio. Euro), Estland (181 Mio. Euro) und Malta (351 Mio. Euro) auf. Österreich lag mit 2,88 Mrd. Euro entgangener Mehrwertsteuern an zehnter Stelle. Aus Zypern lagen keine Daten vor.

Brüssel bekräftigte am Dienstag angesichts der "erneut unannehmbaren MwSt-Lücke" ihre Forderung nach einem entschiedenen Vorgehen gegen Steuerbetrug. Das System müsse effizienter gestaltet werden. Zwar habe sich die MwSt-Lücke gegenüber 2013 um 2,5 Mrd. Euro verringert, doch gebe es weiterhin enorme Unterschiede zwischen den EU-Staaten. Während 18 Länder ihre Zahlen verbessern konnten, gelang es acht Staaten nicht, mehr Mehrwertsteuern 2014 einzunehmen als 2013.

Der EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten sowie Steuern, Pierre Moscovici, erklärte, diese Entwicklung sei nicht hinnehmbar. "Das derzeitige System ist beklagenswert schlecht geeignet, um gegen Probleme wie MwSt-Betrug und Fehlkalkulationen vorzugehen. Es ist klar, dass sich die Zahlen nicht von selbst verbessern werden". Die EU-Staaten forderte Moscovici auf, sich rasch auf ein endgültiges, betrugssicheres Mehrwertsteuer-System zu einigen.

2017 wird die Kommission Legislativvorschläge im Hinblick auf die Wiedereinführung des Grundsatzes vorlegen, Mehrwertsteuern auf den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU zu erheben. Der Anteil des grenzüberschreitenden Betrugs an der MwSt-Lücke beläuft sich auf 50 Mrd. Euro jährlich. Das neue System sollte den grenzüberschreitenden Betrug um 80 Prozent senken (etwa 40 Mrd. Euro). (APA, 6.9.2016)

Share if you care.