"Hurensohn" Obama: Die wirren Ausfälle des Rodrigo Duterte

Ansichtssache6. September 2016, 13:01
328 Postings

Nachdem der philippinische Präsident bereits den Papst wüst beschimpft hat, legt er sich nun auch mit dem US-Präsidenten an

Der philippinischen Präsident Rodrigo Duterte hat US-Präsident Barack Obama am Rande des Asean-Gipfels in Laos als "Hurensohn" bezeichnet. Obama sagte daraufhin ein geplantes Treffen mit Duterte ab. Beleidigungen dieser Art sind bei Duterte jedoch nichts Neues. Im folgenden eine Auswahl der Fehltritte des neuen Präsidenten der Philippinen.

foto: reuters/ jorge silva

Als Reaktion auf die Ankündigung des Weißen Hauses, Obama werde im Gespräch mit Duterte die Menschenrechtssituation auf den Philippinen ansprechen, wetterte Duterte: "Ich bin keine amerikanische Marionette, ich bin der Präsident eines souveränen Landes, und ich bin niemandem außer dem philippinischen Volk Rechenschaft schuldig."

Dann bezeichnete er den US-Präsidenten in der philippinischen Sprache Tagalog als "Putang ina" – zu Deutsch: "Hurensohn".

1
foto: reuters/aaron favila

Duterte hatte bereits zuvor den US-Botschafter auf den Philippinen, Philip Goldberg, beleidigt: "Wir haben mit Kerry (US-Außenminister, Anm.) gesprochen, weil ich einen Streit mit seinem Botschafter hatte. Ich habe ihm gesagt: 'Ihr Botschafter ist ein schwuler Hurensohn.'" Duterte rechtfertigte seine Aussage damit, dass er von Goldberg genervt gewesen sei, da dieser sich in die philippinische Präsidentenwahl eingemischt habe.

2
foto: reuters/stefano rellandini

Duterte erregte mit einer ähnlichen Wortwahl Aufsehen, als er sich anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus auf den Philippinen empörte: "Wir steckten im Stau. Es dauerte fünf Stunden. Ich fragte, warum, sie sagten mir, es gibt eine Sperre. Ich fragte, wer denn komme. Sie antworteten: 'Der Papst.' Ich wollte ihm sagen: 'Papst, du Hurensohn, geh heim. Komm uns nicht mehr besuchen.'"

3
foto: reuters/lean daval jr_

Seit Duterte zum Präsidenten der Philippinen gewählt wurde, ist die Zahl der ohne Prozess getöteten Drogendealer stark gestiegen. Der Mann, der auch gesagt hatte, er würde seine eigenen Kinder töten, sollten sie Drogen nehmen, erklärte: "Spielen die Leben dieser zehn Verbrecher denn wirklich eine Rolle? Wäre ich derjenige, der all dieses Leid ertragen müsste, würden mir dann 100 Leben dieser Idioten irgendetwas bedeuten?"

4
foto: reuters/erik de castro

Duterte, dessen Regierungsstil immer mehr an jenen eines Diktators erinnert, äußerte sich dazu auch im Wahlkampf und legte den Wählern nahe, für seine Gegner zu stimmen, sollte ihnen das nicht passen: "Wenn ihr meinen Stil nicht mögt, weil er zu diktatorisch wirkt, dann wählt doch Poe, Binay, Santiago und vergesst mich."

5
foto: reuters/erik de castro

Im Wahlkampf kündigte Duterte seinen Anhängern außerdem an: "Wenn ich Präsident bin, wird es eine Revolution geben. Ich werde gegen meine eigene Regierung rebellieren und alles außer euren Geschäften schließen lassen."

6
foto: reuters/lean daval

Bei einer Pressekonferenz sagte Duterte zudem, dass philippinische Journalisten, die in Ausübung ihres Berufs ums Leben kommen, oft korrupt seien: "Nur weil du ein Journalist bist, wirst du nicht von Mord verschont, wenn du ein Hurensohn bist."

7
foto: reuters/mike segar

Auch US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump nimmt sich meist kein Blatt vor den Mund, Vergleiche mit ihm lehnt Duterte aber ab: "Er ist ein Heuchler, ich nicht." (red, 6.9.2016)

8
Share if you care.