Entwarnung bei Thiem: Nur kurze Pause

6. September 2016, 13:14
151 Postings

Trainer Bresnik: "Flüssigkeit im Knie" – Weiterer Turnierplan nicht infrage gestellt – US-Open-Bilanz: "Drei gute Matches, richtig geglänzt habe ich nicht"

New York – Dienstagfrüh ist in New York die gute Nachricht gekommen: Die Verletzung im rechten Knie von Dominic Thiem ist nichts Schlimmes, der 22-jährige Niederösterreicher kann schon bald wieder Tennis spielen. Eine Entzündung im Knie erfordert laut einer ersten Untersuchung in Manhattan nur einige Tage Pause.

Die Befürchtung, dass sich der Weltranglisten-Zehnte etwas Gröberes zugezogen hat, wurde von seinem Coach Günter Bresnik entkräftet. "Nein, er hat Flüssigkeit im Knie. Das ist sicherlich aufgrund dieser Fehlhaltung, die er aufgrund der Blasen eingenommen hat", erklärte der gebürtige Wiener. "Der Arzt meint, wenn er vier bis fünf Tage nichts macht und man eine entzündungshemmende Creme draufgibt, dann sollte es wieder in Ordnung sein."

Nächstes Turnier in Metz

Thiem kann damit also aller Voraussicht nach sein restliches Saisonprogramm spielen. Nächster Einsatz wäre demnach in knapp zwei Wochen (ab 19. September) das ATP-250-Turnier in Metz. Danach stehen in Asien das 500er-Turnier in Peking (ab 3. Oktober) und das Masters-1.000-Event in Schanghai auf dem Programm. Danach kommen noch das Erste Bank Open in Wien sowie das letzte 1.000er-Event in Paris-Bercy (ab 31. Oktober).

Ob Thiem dann noch einen weiteren Einsatz absolviert, hängt freilich von ihm selbst, aber auch von der Konkurrenz ab: Es geht um die Qualifikation für die ATP-Finals in London. Im Ranking für das Saisonabschluss-Turnier der acht besten Spieler befand sich Thiem zuletzt auf Platz fünf. Nach dem US-Open-Aus von Rafael Nadal, der nur fünf Zähler hinter ihm liegt, kann der Spanier den Österreicher im ATP Race vorerst nicht überholen. Stan Wawrinka und Gael Monfils könnten mit Viertelfinal-Erfolgen aber an Thiem vorbeiziehen.

Bei der Aufgabe im Achtelfinale der US Open gegen Juan Martin del Potro habe Thiem sein Knie nie voll durchbeugen können. "Ich war die ganze Zeit ein bisschen gehandicapt." Die Blasen, über die Thiem häufig klagt, sind ein Produkt der besonders auf Hartplatz entstehenden Belastung: "Da bin ich nicht allein, es wird jeder Spieler von oben bis unten eingetapt vor dem Match. Was da auf Hartplatz für ein Druck auf die Schuhe kommt, ist ein Wahnsinn." Mit den Schuhen sei es trotz gleicher Modelle nicht immer einfach, weil die einzelnen Ausgaben etwas voneinander abweichen. "Das ist ein bisserl mühsam, muss man sagen."

"Richtig geglänzt habe ich nicht"

Eine Bilanz seines zwölften Grand-Slam-Turniers war schnell gezogen. "Es waren drei gute Matches, richtig geglänzt habe ich nicht. Es waren drei sehr gute Kampfsiege, aber es war ein bisserl sehr rausgewürgt", stellte Thiem fest. "Dann habe ich die ganze Zeit ein paar kleine Probleme gehabt mit der Blase. Es klingt klein, aber es ist jeden Tag eine Quälerei, mit Schmerzen zu spielen, überhaupt mit solchen." Dann habe das Knie begonnen, Probleme zu machen. "Es war okay, ich habe die zweite Woche erreicht, sicher nicht mit hundert Prozent meiner spielerischen Fähigkeiten."

Möglicherweise wird Thiem erst nach einer weiteren Untersuchung in Wien Gewissheit haben, wie schwer die Verletzung ist. Bis Montagmitternacht gab es jedenfalls keine Neuigkeiten. Geplant ist, dass er in zwei Wochen in Metz auf die ATP-Tour zurückkehrt, danach steht ein Trip nach Peking und Schanghai an. (APA, 6.9.2016)

  • Auch in Topform wäre es gegen einen starken Juan Martin del Potro nicht einfach geworden.
    foto: apa/afp/alvarez

    Auch in Topform wäre es gegen einen starken Juan Martin del Potro nicht einfach geworden.

Share if you care.