Falscher Microsoft-Support: Behörden heben indisches Callcenter aus

6. September 2016, 09:49
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250 Mitarbeiter fischten bei arglosen Usern nach Geld für angebliche Windows-Reparaturen

Es ist eine Masche, die seit Jahren Computerbesitzer verärgert. Unbekannte rufen an und geben sich als Supportmitarbeiter von Microsoft aus. Arglosen Usern reden sie ein, sie hätten ein Problem auf ihrem Rechner entdeckt und wollten es beheben . Doch sobald sich der Nutzer darauf einlässt und ihnen über eine Fernwartungssoftware Zugriff gewährt, wird ein saftiger Geldbetrag für die angebliche Reparatur verlangt. Zahlt man nicht, folgt Erpressung – etwa durch das Aussperren aus dem System.

Auch wurden die Kreditkartendaten mitunter abgefangen, um später noch mehr Geld zu erbeuten. Über 7.600 Geschädigte gibt es allein in Deutschland bisher, schreibt Heise. Eine hohe Dunkelziffer wird angenommen.

Ermittler werden bei Callcenter vorstellig

Für die Behörden waren die Betrüger bislang nicht greifbar. Denn diese operieren nicht aus Österreich, Deutschland oder überhaupt innerhalb der EU. Die Fake-Anrufe werden aus Callcentern in Asien getätigt, ein beliebter Standort ist Indien.

Doch dort ist nun ein erster Schlag gegen den Fake-Support geglückt. Deutsche und Indische Ermittler hoben ein Callcenter in Kalkutta bei laufendem Betrieb aus. Ausgelegt war dieses für 250 Mitarbeiter. Vermieter und Betreiber wurden dingfest gemacht, der Fall soll vor indischen Gerichten verhandelt werden.

Geld wohl verloren

Allerdings: Betroffene, die einst Geld an dieses Callcenter überwiesen haben, sollten sich laut den deutschen Ermittlern keine Hoffnungen machen. "Das Geld ist weg", so die Einschätzung des zuständigen Staatsanwalts. (gpi, 06.09.2016)

  • Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus, die ein Problem auf dem Rechner entdeckt hätten.
    foto: apa/afp/johannes eisele

    Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus, die ein Problem auf dem Rechner entdeckt hätten.

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