Hochwasser: Bezahlung bei Verhinderung geregelt

5. September 2016, 17:30
3 Postings

Das Nichtaufsuchen des Arbeitsplatzes ist, wenn es zu Unwettern wie in der Steiermark kommt, ohne arbeitsrechtliche Konsequenz

Wien – Wer aufgrund von Naturereignissen wie heftigen Unwettern, Überflutungen und Murenabgängen nicht oder nicht pünktlich zur Arbeit kommen kann, braucht keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Dabei handle es sich um einen Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben rechtfertige, erklärte Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, am Montag.

Im Angestelltengesetz heißt es dazu, dass der Anspruch des Mitarbeiters auf Entgelt aufrecht bleibt, wenn er "ohne sein Verschulden während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Leistung seiner Dienste verhindert wird". Mit kurzer Zeit wird in der Regel eine Woche gemeint.

Achitz verweist dabei darauf, dass alles Zumutbare unternommen werden müsse, um zur Arbeit zu kommen. Zudem gibt es die Verpflichtung, den Arbeitgeber von der Verspätung bzw. der Verhinderung zu informieren.

Ähnlich ist die Sachlage, wenn Kindergarten oder Schule wegen des Unwetters geschlossen bleiben und Eltern die Kinderbetreuung übernehmen müssen. Seit 2014 gibt es die Entgeltfortzahlung in Katastrophenfällen nicht nur für Angestellte, sondern auch für Arbeiter und Arbeiterinnen. Während bei Angestellten der Entgeltfortzahlungsanspruch beim Ausfall in der Arbeit gesetzlich fix geregelt ist, gab es bis 2013 bei den Arbeitern abweichende Regelungen.

Geregelt ist auch, dass die Ausübung von Hilfsleistungen im Katastrophenfall einen Dienstverhinderungsgrund, der das Nichterscheinen im Betrieb rechtfertigt, darstellt. Wenn also ein Arbeitnehmer als Mitglied der Feuerwehr oder Rettung an einem Einsatz teilnimmt und deshalb der Arbeit fernbleibt, berechtigt dies den Arbeitgeber insbesondere nicht zur Entlassung, erklärt dazu die Wirtschaftskammer. Die Deckung des Verdienstentganges sei nach überwiegender Meinung aber Aufgabe der Hilfsorganisationen bzw. der Länder. (red, 5.9.2016)

  • Unwetter in der Steiermark.
    foto: apa

    Unwetter in der Steiermark.

Share if you care.