Martin Roth verlässt das Victoria & Albert Museum

5. September 2016, 17:14
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Der Kulturmanager will sich politisch mehr engagieren

Wien/London – Nach fünf Jahren an der Spitze des Victoria & Albert Museum in London will der deutsche Martin Roth den Betrieb nun verlassen. Zum einen laufe das 1852 gegründete Haus, es beherbergt die weltweit größte Sammlung für Kunstgewerbe und Design, so gut, dass die Zeit für seinen Abschied gekommen sei: "Ich weiß nicht, was ich noch besser machen könnte."

Zum anderen nennt er, ebenso gegenüber dem Deutschlandradio Kultur, den Brexit als Grund: "Das Antieuropäische nimmt hier täglich zu. (...) Möglicherweise ist das Europa, an das ich immer noch glaube, schon gar nicht mehr existent."

Kunst und Kultur unternähmen überdies zu wenig, um europaweiten politischen Bedrohungen entgegenzutreten. Deshalb wolle er sich "politisch wieder mehr engagieren". Genaue weitere Pläne dazu sind noch nicht bekannt, ehrenamtlich wird der 61-Jährige ab Mitte 2017 jedenfalls Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart, das sich international für Kunstaustausch und zivilgesellschaftlichen Dialog einsetzt.

Roth, zuvor Generaldirektor der Kunstsammlungen in Dresden, hatte das V&A 2011 übernommen und u. a. mit Retrospektiven über David Bowie und den Modeschöpfer Alexander McQueen Besuchermagneten programmiert.

Im Juli dieses Jahres erst wurde es u. a. deshalb zum britischen Museum des Jahres gewählt – Begründung der Jury: aus einem der besten sei auch eines der beliebtesten Museen der Welt geworden. Aktuell erweitert man die Ausstellungsfläche mit einer Zweigstelle im Londoner Osten. (wurm, 5.9.2016)

  • Kulturwissenschafter und -manager  Martin Roth.
    foto: v & a museum

    Kulturwissenschafter und -manager Martin Roth.


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